Delfine in Medulin:

Unsere Sunset-Delfintour mit Kindern

Eine Delfintour gehörte für mich zu den Ausflügen, auf die ich mich während unseres Urlaubs in Medulin am meisten gefreut hatte. Delfine in freier Wildbahn zu sehen, gemeinsam mit unseren vier Kindern und dann auch noch bei Sonnenuntergang – das klang einfach traumhaft.

Ganz so entspannt begann unsere Tour allerdings nicht. Erst standen wir gefühlt ewig am Schiff an, dann landeten wir auf sechs Plätzen ohne Tisch und ich war überzeugt, dass ich ausgerechnet bei diesem Ausflug die falsche Entscheidung getroffen hatte. Doch manchmal sind genau die Plätze, über die man sich am Anfang ärgert, am Ende die besten. Und manchmal werden aus mindestens neun gesichteten Delfinen in der Erinnerung einer Sechsjährigen eben 90.

 

Unsere Delfintour ab Medulin im Überblick

Wir haben die Sunset-Delfintour bereits von Deutschland aus über CHECK24 gebucht. Für uns sechs – zwei Erwachsene und vier Kinder – kostete die Fahrt insgesamt 190 Euro.

Im Preis enthalten waren:

- die Bootsfahrt zur Delfinsuche,

- ein Essen pro Person,

- die Wahl zwischen Thunfischsteak und Hähnchenfleisch,

- alkoholfreie Getränke wie Cola und Fanta,

- Bier und weitere Getränke.

Gerade das Getränkeangebot hat mich positiv überrascht. Von früheren Bootsfahrten rund um Omiš kannte ich es eher so, dass nur Wasser und Saft enthalten waren und zum Essen ein Wein ausgeschenkt wurde, der geschmacklich doch sehr gewöhnungsbedürftig war. Auf dieser Tour konnten wir uns dagegen während der Fahrt verschiedene Getränke nehmen, ohne jedes Mal über zusätzliche Kosten nachdenken zu müssen. Gerade bei sechs Personen ist das ein echter Pluspunkt.

 

Langes Anstehen und die Sorge um gute Plätze

Vor der Abfahrt mussten wir ziemlich lange am Schiff warten. Es wirkte, als hätten einige Gäste schon Stunden vorher angestanden, um sich die besten Plätze zu sichern. Natürlich begann ich sofort zu rechnen: Wie viele Menschen stehen vor uns? Wo sollen wir zu sechst noch zusammensitzen? Und können die Kinder von dort aus überhaupt etwas sehen?

Als wir endlich auf das Schiff durften, wollten die Kinder unbedingt auf das obere Deck. Ich war ziemlich sicher, dass dort längst alles belegt sein würde – und zunächst sah es genauso aus. Die Plätze mit Tischen waren bereits besetzt.

Der Kapitän wies uns schließlich sechs Plätze direkt vor der Kapitänskajüte zu. Wir saßen ganz vorne in der ersten Reihe und hatten einen fantastischen, freien Blick auf das Meer. Eigentlich ein absoluter Glücksgriff. Es gab nur einen Haken: Wir hatten keinen Tisch.

Sechs Plätze in der ersten Reihe – aber ohne Tisch

In diesem Moment konnte ich den tollen Ausblick noch überhaupt nicht würdigen. Ich hatte mich so sehr auf die Tour gefreut und sah uns nun bereits mit sechs Tellern auf dem Schoß jonglieren. Entsprechend schlecht war meine Laune.

Kurz überlegten wir, ob wir noch einmal nach unten gehen sollten. Dort waren inzwischen jedoch ebenfalls alle Plätze besetzt. Also blieben wir sitzen.

Sobald das Schiff ablegte und wir aufs offene Meer hinausfuhren, beruhigte ich mich langsam. Der Wind, das Meer und dieser freie Blick direkt nach vorne machten schnell einiges wieder gut. Später aßen wir tatsächlich mit den Tellern auf dem Schoß. Das war etwas umständlich, funktionierte aber besser als befürchtet.

Im Nachhinein waren unsere Plätze sogar großartig. Niemand saß vor uns, die Kinder konnten ungehindert nach Delfinen Ausschau halten und wir hatten während der gesamten Fahrt eine wunderschöne Sicht. Einen Tisch hätte ich trotzdem gern gehabt – aber ich würde den freien Blick jederzeit wieder einem Platz im Inneren des Schiffes vorziehen.

Fast eineinhalb Stunden auf der Suche nach Delfinen

Zunächst fuhren wir weit aufs offene Meer hinaus. Dann begann die Suche. Wir hielten immer wieder Ausschau nach Rückenflossen und beobachteten die Wasseroberfläche. Insgesamt suchten wir fast eineinhalb Stunden nach den Delfinen.

Natürlich weiß man bei einer solchen Tour nie, ob und wann sich die Tiere zeigen. Delfine leben frei im Meer und warten nicht an einer bestimmten Stelle auf die Ausflugsboote. Je länger wir unterwegs waren, desto größer wurde trotzdem die Spannung. Würden wir wirklich welche sehen?

Und dann waren sie plötzlich da.

Mindestens neun Delfine – oder vielleicht doch 90?

Wir sahen mindestens neun Delfine und konnten jeden von ihnen mehrfach beobachten. Immer wieder tauchten Rückenflossen aus dem Wasser auf, verschwanden und erschienen wenig später an einer anderen Stelle erneut.

Für die Kinder war es natürlich schwer zu erkennen, ob gerade ein neuer Delfin auftauchte oder ob es derselbe war, den wir kurz zuvor schon gesehen hatten. Clea war am Ende jedenfalls fest davon überzeugt, 90 Delfine gesehen zu haben. Ganz so viele waren es vermutlich nicht – aber in diesem Moment fühlte es sich auch für uns Erwachsene nach unglaublich vielen Sichtungen an.

Das Schönste war, dass wir die Tiere nicht nur ganz kurz in der Ferne sahen. Sie tauchten mehrfach auf und alle Kinder hatten die Möglichkeit, sie zu entdecken. Durch unsere Plätze ganz vorne konnten wir das Geschehen besonders gut verfolgen. Spätestens jetzt war mein Ärger über den fehlenden Tisch vollständig vergessen.

 

Delfine in freier Wildbahn statt Delfinshow

Was diesen Moment für uns besonders machte: Wir beobachteten die Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum. Es gab keine einstudierten Sprünge und keine Garantie, dass sie überhaupt auftauchen würden. Genau das machte die Suche so spannend.

Gerade mit Kindern sollte man vorher darüber sprechen, dass es sich um wilde Tiere handelt. Vielleicht sieht man viele Delfine, vielleicht nur wenige und mit etwas Pech gar keine. So bleibt die Vorfreude erhalten, ohne dass die Kinder eine Show erwarten.

Wir hatten großes Glück. Mindestens neun Delfine mehrfach zu sehen, war für uns ein echtes Urlaubshighlight.

 

Sonnenuntergang auf dem Meer

Nach der Delfinsuche folgte der zweite Höhepunkt der Tour: der Sonnenuntergang. Die Stimmung auf dem Meer war traumhaft. Der Himmel veränderte langsam seine Farben und das Licht spiegelte sich auf dem Wasser.

Anschließend wurde das Essen verteilt. Zur Wahl standen Thunfischsteak oder Hähnchenfleisch. Wir aßen auf unseren Plätzen aus der ersten Reihe – ohne Tisch, aber mit Meerblick.

Nach dem Essen positionierte der Kapitän das Schiff noch einmal so, dass wir den Sonnenuntergang ganz in Ruhe beobachten konnten. Das war wunderschön und wirkte nicht wie ein kurzer Programmpunkt, der schnell abgehakt werden musste. Wir bekamen wirklich Zeit, diesen Moment zu genießen.

Für mich gehört deshalb beides untrennbar zu diesem Ausflug: die Freude, als die ersten Delfine auftauchten, und die Ruhe, mit der wir später gemeinsam den Sonnenuntergang auf dem Meer beobachteten.

Die Rückfahrt: Im Fahrtwind wurde es richtig kalt

So wunderschön die Tour war, auf der Rückfahrt zeigte sich der eine Punkt, auf den wir nicht gut vorbereitet waren. Nach Sonnenuntergang wurde es auf dem Meer deutlich kühler. Dazu kam etwa 40 Minuten lang kräftiger Fahrtwind.

Ich habe schon lange nicht mehr so gefroren.

Tagsüber denkt man bei kroatischer Sommerhitze kaum daran, eine Jacke zu einer Bootstour mitzunehmen. Nach Sonnenuntergang ist eine dünne Jacke, ein Pullover oder zumindest ein großes Handtuch jedoch Gold wert – besonders auf dem oberen Deck und für Kinder.

Für die nächste Sunset-Tour würde ich deshalb für jedes Familienmitglied etwas Warmes einpacken. Selbst wenn man es auf der Hinfahrt völlig unnötig findet, ist man spätestens bei der Rückfahrt froh darüber.

 

War die Delfintour mit vier Kindern anstrengend?

Unsere Kinder kamen mit der Tour gut zurecht. Die lange Suche nach den Delfinen erforderte natürlich etwas Geduld, aber auf einem Schiff gibt es immer etwas zu beobachten. Durch die enthaltenen Getränke und das spätere Essen mussten wir außerdem nicht ständig überlegen, was wir zusätzlich kaufen müssen.

Hilfreich war auch, dass wir zusammensitzen konnten. Bei einer sechsköpfigen Familie ist das nicht selbstverständlich, wenn ein Schiff bereits sehr voll wirkt.

Die größten kleinen Herausforderungen waren bei uns:

das lange Warten vor dem Einstieg,

die anfängliche Sorge um die Sitzplätze,

das Essen ohne Tisch,

und die sehr kalte Rückfahrt im Fahrtwind.

Nichts davon hat den Ausflug am Ende verdorben. Trotzdem sind es genau die Dinge, auf die ich andere Familien vorab hinweisen würde.

 

Unsere Tipps für eine Delfintour ab Medulin mit Kindern

- Nicht von der Schlange verrückt machen lassen

Eine lange Schlange bedeutet nicht automatisch, dass ihr keine guten Plätze mehr bekommt. Wir stiegen vergleichsweise spät ein und saßen am Ende ganz vorne mit freiem Blick aufs Meer.

- Einen Pullover oder eine Jacke einpacken

Auch an heißen Sommertagen kann es nach Sonnenuntergang auf dem Wasser empfindlich kalt werden. Der Fahrtwind auf der Rückfahrt war deutlich stärker und kühler, als wir erwartet hatten.

- Vorab klären, was im Preis enthalten ist

Bei unserer Tour waren ein Essen und verschiedene Getränke inklusive. Für eine sechsköpfige Familie macht das einen deutlichen Unterschied bei den Gesamtkosten.

- Kinder auf eine längere Suche vorbereiten

Bei uns dauerte es fast eineinhalb Stunden, bis wir die Delfine fanden. Etwas Beschäftigung für kleinere Kinder und eine realistische Erwartung helfen, falls die Suche länger dauert.

- Keine Delfingarantie versprechen

Delfine sind Wildtiere. Erzählt den Kindern lieber, dass ihr gemeinsam nach ihnen suchen werdet, statt eine sichere Sichtung zu versprechen.

- Freie Sicht kann wichtiger als ein Tisch sein

Anfangs hätte ich unsere Plätze am liebsten sofort getauscht. Im Nachhinein war die erste Reihe für die Delfinbeobachtung perfekt. Beim Essen mussten wir zwar improvisieren, dafür sahen wir während der ganzen Fahrt ungehindert aufs Meer.

 

Lohnt sich eine Sunset-Delfintour in Medulin?

Für uns hat sich die Tour auf jeden Fall gelohnt. 190 Euro für sechs Personen sind viel Geld, doch durch das enthaltene Essen, die Getränke, die lange Bootsfahrt, die vielen Delfinsichtungen und den Sonnenuntergang war das Preis-Leistungs-Verhältnis für uns stimmig.

Besonders empfehlen würde ich eine solche Tour Familien, deren Kinder eine Bootsfahrt grundsätzlich mögen und lange genug durchhalten, wenn die Delfine nicht sofort auftauchen. Wer schnell seekrank wird oder mit sehr kleinen Kindern unterwegs ist, sollte vor der Buchung genauer auf Fahrtdauer und Schiffsgröße achten.

 

Würden wir die Delfintour noch einmal buchen?

Ja, wir würden die Tour jederzeit wieder machen – und erneut eine Sunset-Tour wählen. Wir hatten den Eindruck, dass die Chancen auf Delfinsichtungen am Abend besonders gut sind. Dazu kommt die besondere Stimmung beim Sonnenuntergang, die aus einer reinen Tierbeobachtung einen rundum schönen Familienausflug gemacht hat.

Beim nächsten Urlaub überlegen wir allerdings, vielleicht ein kleineres Boot mit eigenem Kapitän zu mieten. Eine privatere Tour könnte noch einmal ein anderes Erlebnis sein und möglicherweise näher an die Stellen herankommen, an denen sich die Delfine bewegen. Wichtig wäre uns dabei trotzdem, dass ausreichend Abstand gehalten und das Verhalten der Tiere respektiert wird.

Ob großes Ausflugsschiff oder kleines Boot: Diese Mischung aus Meer, Spannung, Delfinen und Sonnenuntergang möchten wir auf jeden Fall noch einmal erleben.

 

Unser ehrliches Fazit

Unsere Delfintour in Medulin begann mit langem Anstehen, vollen Decks und meiner ziemlich schlechten Laune über sechs Sitzplätze ohne Tisch. Sie endete mit mindestens neun Delfinen, einer begeisterten Clea, die daraus kurzerhand 90 machte, und einem atemberaubenden Sonnenuntergang auf dem Meer.

Genau deshalb wird uns dieser Ausflug im Gedächtnis bleiben. Nicht alles war perfekt organisiert und die Rückfahrt war ohne warme Kleidung wirklich kalt. Doch die Momente, in denen die ersten Rückenflossen aus dem Wasser auftauchten, waren all das wert.

Wenn ihr Medulin mit Kindern besucht und Bootsausflüge mögt, kann ich eine Sunset-Delfintour sehr empfehlen. Packt etwas Warmes ein, bringt ein wenig Geduld mit und lasst euch nicht entmutigen, wenn die Delfine nicht sofort auftauchen. Vielleicht seht ihr am Ende neun – oder, wenn ihr Clea fragt, sogar 90.

©copyright 2025 Christiane Sagorski

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