Kroatien mit Kindern:
Unsere Erfahrungen als 6-köpfige Familie
19 Nächte, vier Kinder, ein voll beladener Siebensitzer und fast drei Wochen zwischen Istrien und Dalmatien: Unser Kroatienurlaub 2026 war wunderschön, abwechslungsreich, anstrengend – und ganz bestimmt nicht günstig. Wir waren zunächst acht Nächte in Medulin, fuhren anschließend für sechs Nächte nach Omiš und verbrachten zum Abschluss noch einmal fünf Nächte in Medulin.
Dabei haben wir Delfine gesehen, vermeintliche Dinosaurierspuren gesucht, sind mit dem Speedboot gefahren, haben in Buchten gebadet und viele Stunden an kroatischen Steinstränden verbracht. Wir haben aber auch festgestellt, wie schnell eine ungeeignete Küche die Urlaubskosten in die Höhe treibt, dass Kinder auch am Meer streiten und dass nicht jeder als familienfreundlich beworbene Bootsausflug wirklich für jedes Kind geeignet ist.
In diesem Artikel erzähle ich ehrlich von unserem Kroatienurlaub als sechsköpfige Familie: von unserer Route, unseren Unterkünften, den schönsten Ausflügen und den Dingen, die wir beim nächsten Mal anders machen würden.
Warum wir unseren Kroatienurlaub auf Medulin und Omiš aufgeteilt haben
Omiš kannten wir bereits aus zwei früheren Kroatienurlauben. 2023 waren wir dort mit einer befreundeten Familie, zu der heute kein Kontakt mehr besteht. 2024 reisten wir gemeinsam mit meinem besten Freund. 2026 waren wir zum ersten Mal nur zu sechst unterwegs – ohne eine weitere Familie und ohne Freunde, auf die wir bei der Tagesplanung Rücksicht nehmen mussten.
So schön die Gegend rund um Omiš ist: Die Autofahrt von Hanau nach Dalmatien ist lang. Bei unseren bisherigen Reisen waren wir – abhängig von Verkehr, Pausen und der Situation an den Grenzen – zwischen 19 und 24 Stunden unterwegs. Ich hasse lange Autofahrten ohnehin und Clea muss sich auf Fahrten leider regelmäßig übergeben. Eine solche Anreise ist für mich deshalb alles andere als ein entspannter Start in den Urlaub.
Medulin in Istrien ist von uns aus deutlich schneller zu erreichen. Für die Fahrt benötigen wir ungefähr zwölf Stunden. Deshalb entschieden wir uns dieses Mal für eine Kombination:
- acht Nächte in Medulin
- sechs Nächte in Omiš
- fünf weitere Nächte in Medulin
Wir starteten in Hanau mit unserem Dacia Lodgy, einem Siebensitzer, der mit sechs Personen bereits gut gefüllt ist. Dazu kamen eine Dachbox und natürlich jede Menge Gepäck. Wer mit vier Kindern ans Meer fährt, weiß vermutlich, dass sich die Frage „Brauchen wir das wirklich?“ bei vielen Dingen erst dann stellt, wenn das Auto schon voll ist.
Die Aufteilung Medulin – Omiš – Medulin hatte für uns einen großen Vorteil: Wir mussten die sehr lange Strecke nach Dalmatien weder direkt am ersten noch vollständig am letzten Urlaubstag fahren. Gleichzeitig konnten wir zwei sehr unterschiedliche Regionen Kroatiens miteinander verbinden.
Unsere erste Woche in Medulin
Unsere erste Ferienwohnung in Medulin war grundsätzlich in Ordnung, hatte für eine sechsköpfige Familie aber einen entscheidenden Nachteil: Die Küche war so klein, dass vernünftiges Kochen kaum möglich war.
Deshalb gingen wir in der ersten Woche tatsächlich jeden Tag essen. Das klingt zunächst herrlich nach Urlaub – und natürlich ist es schön, nicht einkaufen, kochen und anschließend aufräumen zu müssen. Bei sechs Personen wird tägliches Essen im Restaurant jedoch sehr schnell zu einem enormen Kostenfaktor. Für die weiteren Urlaubstage nahmen wir uns deshalb fest vor, häufiger selbst zu kochen.
Immerhin hatten wir schon vor der Reise zwei Tagesausflüge gebucht, bei denen jeweils ein Essen enthalten war. So mussten wir uns an diesen Tagen zumindest um eine Mahlzeit weniger kümmern.
Lies hierzu gerne meinen ausführlicheren Artikel Medulin mit Kindern – unsere Erfahrungen, Strände & Tipps
Hafenpromenade, Eis und Urlaubssouvenirs
Von unserer Unterkunft liefen wir täglich ungefähr 20 bis 30 Minuten bis zur Hafenpromenade. Dort starteten unsere Bootstouren, wir aßen Eis, tranken Cocktails und schlenderten durch die kleinen Geschäfte.
Natürlich wird in vielen Läden mehr oder weniger derselbe überteuerte Urlaubsschnickschnack angeboten. Trotzdem gehört das für uns einfach dazu. Ein paar Andenken müssen sein. Ich sammle von unseren Kroatienreisen Magnete und Schneekugeln – und an solchen Urlaubstraditionen wird dann auch nicht gespart.
Dass wir in dieser Woche so viel zu Fuß unterwegs waren, empfand ich im Nachhinein sogar als schön. Die Spaziergänge zur Promenade gehörten schnell zu unserem Urlaubsalltag und gaben den Tagen einen lockeren Rhythmus.
Delfine in Medulin: Ein Ausflug, der unsere Erwartungen übertroffen hat
Unsere Sunset-Delfintour war eines der absoluten Highlights des Urlaubs. Wir hatten uns natürlich erhofft, Delfine zu sehen – schließlich war genau das der Grund für die Buchung. Trotzdem weiß man bei Tieren in freier Natur nie, ob sie sich tatsächlich zeigen.
Die Tour übertraf unsere Erwartungen. Wir sahen sehr viele Delfine und konnten diesen besonderen Moment gemeinsam als Familie erleben. Im Gegensatz zu manchen anderen Ausflügen passte hier für uns einfach alles.
Über unsere Sunset-Delfintour, den Ablauf und unsere persönlichen Erfahrungen berichte ich noch ausführlich in einem eigenen Artikel.
Interner Link: Delfine in Medulin – unsere Sunset-Delfintour mit Kindern
Höhlenschwimmen mit Kindern: Schön, aber anders als erwartet
Unsere zweite vorab gebuchte Schiffstour wurde als Ausflug zum Höhlenschwimmen angeboten. Grundsätzlich war auch dieser Tag schön, allerdings hatten wir uns den entscheidenden Programmpunkt anders vorgestellt.
Um in die Höhle zu gelangen, musste man vom Schiff aus ins Meer springen, bis zur Höhle schwimmen und anschließend unter Wasser in den Eingang hineintauchen. Für unsere Kinder war das so nicht machbar.
Ben wollte nicht in die Höhle. Ciara blieb bei ihren Geschwistern und passte auf sie auf. Clea und Max konnten wegen ihrer Schwimmhilfen nicht untertauchen. Sie schwammen zwar bis zur Höhle, kamen aber nicht hinein. Jan war deshalb am Ende der Einzige aus unserer Familie, der die Höhle tatsächlich von innen gesehen hat.
Ich selbst blieb auf dem Schiff. Das lag nicht an diesem besonderen Ausflug – ich springe bei solchen Touren generell nicht vom Boot ins offene Meer. Jan und die Kinder machen das dagegen sehr gern.
Unsere Erfahrung zeigt: Wenn bei einer Bootstour „Höhlenschwimmen“ oder ein ähnlicher Programmpunkt beworben wird, sollten Eltern vor der Buchung sehr genau nachfragen:
Muss man vom Boot aus ins offene Meer springen?
Wie weit ist die Schwimmstrecke?
Muss man tauchen, um in die Höhle zu gelangen?
Können Kinder mit Schwimmhilfen teilnehmen?
Gibt es eine Möglichkeit, die Höhle ohne Tauchen zu erreichen?
Ein Ausflug kann grundsätzlich familienfreundlich sein und trotzdem einen Programmpunkt enthalten, der für jüngere Kinder nicht geeignet ist.
Interner Link: Speedboot und Höhlenschwimmen in Kroatien – unser Abenteuer mit vier Kindern
Mit dem Speedboot zu den Dinosaurierspuren
Eine Speedbootfahrt buchten wir spontan, weil wir uns Dinosaurierabdrücke ansehen wollten, die wir zuvor im Internet entdeckt hatten. Auch bei diesem Ausflug musste ein Stück vom Boot bis zur Insel geschwommen werden. Deshalb blieb ich erneut an Bord, während Jan und die Kinder zur Insel schwammen.
Ob die fünf dort am Ende tatsächlich Dinosaurierabdrücke gefunden haben, wussten sie nach ihrer Rückkehr selbst nicht so genau. Trotzdem war die Fahrt ein tolles Erlebnis. Bei einem zweiten Stopp konnten die Kinder schwimmen und Fische beobachten – und sie waren glücklich. Manchmal muss eben nicht einmal das geplante Ziel eindeutig gefunden werden, damit ein Familienausflug in schöner Erinnerung bleibt.
Während die anderen auf der Insel waren, unterhielt ich mich mit dem Fahrer des Speedbootes. Von ihm erfuhr ich, dass man einen Bootsführerschein für die kroatische Adriaküste vergleichsweise günstig machen könne. Seitdem steht unser Plan für 2027: Wir möchten uns genauer informieren und möglicherweise selbst einen entsprechenden Bootsführerschein machen. Damit wären wir bei künftigen Kroatienurlauben noch unabhängiger.
Kap Kamenjak und der Dinosaurierpfad
Das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak besuchten wir gemeinsam mit Bekannten, die zur gleichen Zeit in Medulin Urlaub machten. Zuvor waren wir zusammen im Aquarium in Pula gewesen. Da wir anschließend noch Zeit hatten und das Wetter an diesem Tag etwas schlechter war, fuhren wir weiter zum Kap Kamenjak und sahen uns dort auch den Dinosaurierpfad an.
Ich wäre während unseres Urlaubs gern noch einmal in das Naturschutzgebiet gefahren und hätte mehr davon entdeckt. Später wurde es jedoch so heiß, dass wir den Plan verwarfen. Gerade mit Kindern sollte man die Entfernungen, die Sonne und die Temperaturen dort nicht unterschätzen.
Über unseren Besuch am Kap Kamenjak, den Dinosaurierpfad und die Strände im Naturschutzgebiet folgt ebenfalls ein ausführlicher Erfahrungsbericht.
Interner Link: Kap Kamenjak mit Kindern – Dinosaurierpfad, Strände und unsere Erfahrungen
Sechs Nächte in Omiš
Nach acht Nächten in Medulin fuhren wir weiter nach Omiš. Unsere dortige Ferienwohnung erstreckte sich über zwei Etagen und war sehr schön. Trotzdem fühlte sich die Unterkunft für mich ungewohnt an.
Die Wohnung wird außerhalb der drei kroatischen Sommermonate von einer Mutter mit ihren drei Kindern selbst bewohnt. Entsprechend persönlich war sie eingerichtet. Das ist natürlich nicht grundsätzlich negativ, empfand ich aber als etwas befremdlich. Es fühlt sich anders an, in den privaten Räumen einer Familie zu wohnen, als eine Ferienwohnung zu beziehen, die ausschließlich an Urlaubsgäste vermietet wird.
Auch in Omiš kochten wir nicht jeden Tag. Der Vorsatz, durch Selbstversorgung deutlich zu sparen, ließ sich also nur teilweise umsetzen. Urlaub bleibt Urlaub – und manchmal hat einfach niemand Lust, nach einem langen Strandtag noch für sechs Personen zu kochen.
Eine spontane Bootstour bei zu großer Hitze
Am Strand ließ ich mir eine weitere Bootstour aufschwatzen. Die Tour an sich war schön, allerdings war es an diesem Tag eigentlich viel zu heiß. Bei solchen Temperaturen wird selbst ein grundsätzlich schöner Ausflug schnell anstrengend.
Das war für uns erneut eine wichtige Erkenntnis: Nicht nur Route und Preis entscheiden darüber, ob eine Tour mit Kindern eine gute Idee ist. Auch die Tageszeit, vorhandene Schattenplätze und die aktuelle Temperatur spielen eine große Rolle.
Lieber ruhige Steinstrände als der große Sandstrand
Während unserer Tage in Omiš suchten wir bevorzugt nach Stränden, die etwas weniger voll waren. Am letzten Tag machten wir noch kurz Halt am großen Sandstrand direkt in Omiš, weil er praktisch auf unserem Weg lag.
Viele Familien suchen in Kroatien gezielt nach Sandstränden. Wir mögen die typischen Steinstrände allerdings lieber. Das Wasser ist dort häufig wunderbar klar und mit Badeschuhen kommen unsere Kinder gut zurecht. Ein weniger voller Steinstrand ist uns deshalb meist lieber als ein großer, belebter Sandstrand.
Omiš kannten wir bereits von unseren Reisen 2023 und 2024. Damals machten wir auch die Bootstouren nach Bol auf Brač und nach Hvar. Den Skywalk Biokovo besuchten wir 2024. Diese Ziele gehörten also nicht zu unserem Reiseprogramm 2026, sind aber Ausflüge, die wir aus eigener Erfahrung empfehlen und in weiteren Artikeln vorstellen können.
Interne Links:
Omiš mit Kindern – unsere Erfahrungen und schönsten Ausflüge
Unsere schönsten Ausflüge rund um Omiš: Brač, Hvar und Skywalk Biokovo
Zurück nach Medulin: Fünf ruhige Nächte am Strand
Für die letzten fünf Nächte fuhren wir noch einmal zurück nach Medulin. Unsere zweite Unterkunft lag nur rund 300 Meter vom Strand entfernt und war sehr schön gelegen. Für sechs Personen war sie allerdings ebenfalls nicht besonders gut ausgestattet.
Dieses Problem hatten wir nicht nur in einer Unterkunft: Irgendetwas fehlte eigentlich immer. Mal gab es nur zwei Müslischüsseln, mal fünf Löffel und einen Toaster fanden wir gar nicht vor. Eine Ferienwohnung kann offiziell für sechs Personen ausgelegt sein und trotzdem nicht über genügend Geschirr und Besteck für sechs Personen verfügen.
Dafür waren die Betten in dieser Unterkunft die bequemsten unseres gesamten dreiwöchigen Urlaubs – und das ist nach langen Tagen am Meer ebenfalls einiges wert.
Aufgrund der großen Hitze unternahmen wir in den letzten Tagen kaum noch Ausflüge. Stattdessen mieteten wir Liegen und verbrachten die Tage am Strand. Die Kinder spielten mit Krebsen, wir fuhren Tretboot und sie gingen zwischendurch immer wieder auf eine Hüpfburg. Erstaunlicherweise waren die Preise dort für eine Strandpromenade ziemlich niedrig.
Ciara und ich lasen viel. Obwohl die Hafenpromenade laut Google Maps von dieser Ferienwohnung weiter entfernt sein sollte als von unserer ersten Unterkunft, hatten wir das Gefühl, sie schneller zu erreichen.
Ciaras persönlicher Höhepunkt wartete am letzten Urlaubstag auf sie: Sie durfte reiten und mit Pferden schwimmen. Ein ziemlich besonderer Abschluss für unsere älteste Tochter.
Freunde treffen, ohne den Urlaub gemeinsam planen zu müssen
Besonders schön war für uns, dass Bekannte zur gleichen Zeit in Medulin waren. Wir trafen uns immer wieder mit ihnen und unternahmen unter anderem den Ausflug nach Pula und zum Kap Kamenjak gemeinsam.
Gleichzeitig waren wir unabhängig. Wir konnten spontan entscheiden, wann wir an den Strand gehen, welchen Ausflug wir machen oder ob wir einfach nichts unternehmen. Nach früheren gemeinsamen Urlauben empfand ich genau diese Mischung als sehr angenehm: Gesellschaft, wenn es für alle passte – aber keine ständige Abstimmung und keine Verpflichtung, auf eine weitere Familie Rücksicht zu nehmen.
Ist Kroatien mit vier Kindern noch bezahlbar?
Kroatien ist längst kein ausgesprochen günstiges Reiseziel mehr. Unser Urlaub war insgesamt sehr teuer. Eine genaue Gesamtsumme möchte ich trotzdem nicht nennen, denn sie hilft anderen Familien nur bedingt weiter. Die Kosten hängen stark von Reisezeit, Unterkunft, Anreise, Restaurantbesuchen und gebuchten Ausflügen ab.
Bei uns wurde vor allem die erste Woche teuer, weil die kleine Küche unserer Ferienwohnung zum Kochen kaum geeignet war und wir jeden Tag essen gingen. Mit sechs Personen macht sich jeder Restaurantbesuch deutlich bemerkbar.
Selbst kochen spart Geld – zumindest in der Theorie
Natürlich kann eine Familie viel sparen, wenn sie in der Ferienwohnung selbst kocht und Essen sowie Getränke mit an den Strand nimmt. In der Theorie klingt das wunderbar einfach. In der Praxis tragen wir für sechs Personen aber bereits Handtücher, Badeschuhe, Schwimmhilfen, Schnorchelmasken und jede Menge weiteren Kleinkram mit uns herum.
Wer hat da jeden Tag Lust, zusätzlich eine schwere Kühlbox zum Strand zu schleppen?
Dazu kommt die kroatische Sommerhitze. Nach einigen Stunden sind Getränke und Lebensmittel häufig nicht mehr richtig kalt – besonders dann, wenn die Kühlbox ständig geöffnet wird. Selbstversorgung spart Geld, bedeutet für eine große Familie aber auch:
Mahlzeiten planen
Lebensmittel einkaufen
für sechs Personen kochen
Essen und Getränke transportieren
Geschirr spülen und die Küche aufräumen
Und seien wir ehrlich: Diese Aufgaben bleiben auch im Urlaub häufig an derselben Person hängen.
Wir wollten einen Mittelweg finden. Wir kochten teilweise selbst und nahmen Getränke mit, gönnten uns aber genauso Eis, kalte Getränke und Restaurantbesuche. Für uns gehören solche Dinge schließlich ebenfalls zum Urlaub.
Was wir beim nächsten Kroatienurlaub anders machen
2027 möchten wir kleinere Kühltaschen einpacken und eventuell einen Kühlrucksack kaufen. So könnten wir Getränke und Snacks besser verteilen und müssten nicht ständig eine große, schwere Kühlbox tragen.
Außerdem würden wir bei der Buchung einer Ferienwohnung genauer auf die Küche achten. Bilder von Herd und Arbeitsfläche allein reichen nicht. Für eine sechsköpfige Familie sind auch diese Fragen wichtig:
Gibt es ausreichend große Töpfe und Pfannen?
Sind wirklich sechs Teller, Schüsseln, Gläser und Bestecksets vorhanden?
Gibt es einen Toaster, Wasserkocher und eine Kaffeemaschine?
Ist genug Platz vorhanden, um Lebensmittel zu lagern?
Können sechs Personen gemeinsam am Tisch sitzen?
Eine gut ausgestattete Küche kann am Ende mehr Geld sparen als eine etwas günstigere Unterkunft, in der Kochen praktisch unmöglich ist.
Familienurlaub bleibt Familienalltag – nur am Meer
Mein schönster Urlaubsmoment war nicht unbedingt ein großer Ausflug. Es waren die kleinen Augenblicke, in denen ich einmal fünf Minuten allein im Wasser treiben oder kurz ungestört Zeit mit meinem Mann verbringen konnte – ohne „Mama, wo ist …?“, „Mama, guck mal!“ oder die nächste Diskussion.
Das klingt vielleicht im ersten Moment böse. Aber Kinder sind auch im Urlaub Kinder. Sie streiten sich, ihnen ist langweilig, sie brauchen Hilfe, suchen Dinge und möchten einem pausenlos etwas zeigen. Natürlich liebe ich es, mit ihnen gemeinsam zu verreisen. Trotzdem waren diese wenigen ruhigen Minuten für mich besonders wertvoll.
Auch die Organisation macht im Urlaub keine Pause. Die Planung der Ausflüge, die Tagesabläufe und die Frage, was wir wann unternehmen, blieben überwiegend an mir hängen. Dazu kamen die langen Autofahrten, Cleas Reiseübelkeit und die üblichen Geschwisterstreitigkeiten.
Ein Familienurlaub ist deshalb nicht automatisch erholsam, nur weil Palmen, Meer und Sonnenschein auf den Fotos zu sehen sind. Vieles aus dem Familienalltag reist einfach mit. Trotzdem wechseln wir für eine Weile den Ort, sammeln gemeinsame Erinnerungen und erleben Dinge, von denen die Kinder noch lange erzählen.
Unser Fazit: Würden wir wieder mit vier Kindern nach Kroatien fahren?
Ja, auf jeden Fall.
Kroatien war auch 2026 wieder wunderschön. Wir lieben das klare Wasser, die Steinstrände, die Hafenpromenaden und die Mischung aus entspannten Strandtagen und besonderen Ausflügen. Medulin ist für uns wegen der deutlich kürzeren Anreise besonders praktisch. Omiš und die dalmatinische Küste bleiben landschaftlich trotzdem etwas ganz Besonderes.
Nicht alles lief perfekt. Das Höhlenschwimmen war für unsere Kinder anders als erwartet, die Ferienwohnungen waren nur bedingt für sechs Personen ausgestattet und die Hitze machte einige Pläne zunichte. Der Urlaub war außerdem teurer, als uns lieb war.
Aber wir sahen Delfine, fuhren Speedboot, besuchten den Dinosaurierpfad, entdeckten verschiedene Strände, trafen Bekannte und genossen gleichzeitig unsere Unabhängigkeit. Die Kinder spielten mit Krebsen, beobachteten Fische und sprangen ins Meer. Ciara schwamm sogar mit Pferden. Und ich bekam zwischendurch tatsächlich ein paar meiner kostbaren fünf Minuten Ruhe im Wasser.
Das ist vielleicht kein perfekter Bilderbuchurlaub. Aber es war unser echter Familienurlaub – laut, teuer, manchmal anstrengend und trotzdem wunderschön.