Wäscheberge in der Großfamilie:
Unsere einfache Wäscheroutine
Wäsche ist wahrscheinlich die Haushaltsaufgabe, bei der man mit vier Kindern am schnellsten das Gefühl bekommt, niemals fertig zu werden.
Kaum ist eine Maschine gewaschen, wartet schon die nächste. Dazu kommen bei uns nicht nur die normalen Klamotten von sechs Personen, sondern auch Fußball- und Handballsachen, Schulsportzeug, Handtücher und Bettwäsche. Und natürlich dieses eine Kleidungsstück, das ein Kind ungefähr zehn Minuten getragen hat und das trotzdem auf wundersame Weise wieder in der Wäsche landet.
Mit sechs Personen lohnt es sich also gar nicht erst, auf den Moment zu warten, an dem die Wäsche fertig ist.
Diesen Moment gibt es bei uns schlicht nicht.
Trotzdem haben wir inzwischen eine ziemlich einfache Wäscheroutine, mit der die Berge zumindest meistens überschaubar bleiben.
Bei uns gibt es keinen klassischen Waschtag
Einen bestimmten Wochentag, an dem ich sämtliche Wäsche wasche, gibt es bei uns nicht. Dafür fällt einfach viel zu viel an.
Die Waschmaschine läuft regelmäßig unter der Woche und häufig schon morgens. Während die Kinder sich für die Schule fertig machen, kann nebenbei bereits die erste Maschine laufen. Das kostet mich kaum zusätzliche Zeit und verhindert zumindest meistens, dass sich im Waschraum plötzlich ein riesiger Berg ansammelt.
Natürlich gibt es trotzdem Tage, an denen mehr zusammenkommt. Gerade nach dem Wochenende oder wenn mehrere Kinder Sport hatten, merkt man ziemlich schnell, dass sechs Menschen in diesem Haus wohnen.
Dann läuft eben eine Maschine mehr.
Ich sortiere nicht nach Personen, sondern nach Wäsche
Vor dem Waschen wird bei uns ganz klassisch sortiert. Helle Sachen, dunkle Sachen, Buntwäsche, Handtücher und was eben gerade zusammenpasst, wandern gemeinsam in die Maschine.
Ich versuche dabei nicht, aus Wäsche eine Wissenschaft zu machen. Entscheidend ist für mich vor allem, dass die Maschine vernünftig voll wird und ich nicht für drei einzelne T-Shirts einen Waschgang starte.
Bei den vielen Sportsachen schaue ich natürlich etwas genauer hin. Davon haben wir schließlich reichlich und manches davon wird häufiger gebraucht, als mir lieb ist.
Spätestens wenn am nächsten Tag wieder Training ansteht, wird aus einem herumliegenden Trikot nämlich plötzlich ein ausgesprochen dringendes Problem.
Der wichtigste Teil unserer Routine beginnt nach dem Waschen
Waschen und Trocknen ist eigentlich noch der einfache Teil.
Die eigentliche Herausforderung lautet:
Wie bekommt man die saubere Wäsche wieder zu sechs verschiedenen Menschen?
Bei uns hat deshalb jeder seinen eigenen Wäschekorb.
Wenn die Wäsche trocken ist, nehme ich sie mit ins Wohnzimmer. Dort wird sie gefaltet und direkt nach Personen auf die verschiedenen Körbe verteilt.
Das funktioniert für uns wesentlich besser, als einen riesigen Stapel sauberer Wäsche zu produzieren und anschließend durch sämtliche Zimmer zu laufen.
Am Ende stehen im Wohnzimmer mehrere Körbe und jeder weiß genau, welcher davon ihm gehört.
Jeder bringt seine Wäsche selbst nach oben
Und an diesem Punkt endet dann auch ein Teil meiner Zuständigkeit.
Die Kinder nehmen ihren eigenen Wäschekorb mit in ihr Zimmer und räumen die Sachen selbst in ihre Schränke.
Zumindest lautet so der Plan.
In der Realität kann es durchaus passieren, dass ein Wäschekorb etwas länger im Kinderzimmer steht als ursprünglich vorgesehen.
Manchmal wird er sofort ausgeräumt.
Manchmal am nächsten Tag.
Und manchmal stellt man irgendwann fest, dass offenbar bereits wieder Kleidung aus dem Korb heraus getragen wird, obwohl sie nie den Umweg über den Kleiderschrank genommen hat.
Auch das verbuche ich inzwischen unter: funktioniert irgendwie.
Solange die saubere Wäsche im richtigen Zimmer angekommen ist, habe ich meinen Teil schließlich schon ziemlich erfolgreich erledigt.
Ich räume nicht mehr sechs Kleiderschränke ein
Gerade bei vier Kindern finde ich es wichtig, dass nicht jede einzelne Haushaltsaufgabe automatisch bei mir endet.
Natürlich könnte ich die gefalteten Sachen nehmen, in vier Kinderzimmer laufen und sie dort ordentlich in die Schränke räumen.
Aber warum sollte ich?
Die Kinder sind alt genug, ihre eigene Wäsche wegzuräumen. Und wenn ein T-Shirt dabei nicht exakt so gefaltet im Schrank landet, wie ich es hineingelegt hätte, geht davon die Welt auch nicht unter.
Mir ist viel wichtiger, dass sie lernen, für ihre eigenen Sachen mitverantwortlich zu sein.
Dass ich trotzdem gelegentlich daran erinnern muss, dass der Wäschekorb seit zwei Tagen mitten im Zimmer steht?
Geschenkt.
Und dann wäre da noch die Bügelwäsche …
Es gibt Menschen, die bügeln ihre Wäsche direkt, nachdem sie trocken ist.
Ich gehöre nicht zu diesen Menschen.
Bügeln ist bei mir eher eine Tätigkeit für die Kategorie:
Mache ich, wenn ich Lust darauf habe.
Und erstaunlicherweise habe ich darauf nicht besonders häufig Lust.
Alles, was tatsächlich gebügelt werden sollte, sammelt sich deshalb erst einmal im Waschraum. Dort kann die Bügelwäsche durchaus eine Weile warten, bis ich irgendwann Zeit und Motivation gleichzeitig habe.
Zum Glück müssen viele Kleidungsstücke heute überhaupt nicht mehr gebügelt werden. Wenn man sie vernünftig aufhängt oder nach dem Trocknen direkt zusammenlegt, reicht mir das vollkommen.
Ich bügele also nicht, weil Dienstag ist oder weil der Bügelwäschekorb eine bestimmte Füllhöhe erreicht hat.
Ich bügele, wenn ich denke:
Heute könnte ich eigentlich mal bügeln.
Ein ausgeklügeltes System sieht vermutlich anders aus, aber unseres funktioniert seit Jahren erstaunlich gut.
Sportwäsche hat bei uns manchmal Vorfahrt
Mit Fußball und Handball gehört Sportwäsche bei uns ganz selbstverständlich zum Alltag.
Und die hat einen entscheidenden Unterschied zur normalen Wäsche: Sie wird oft ziemlich schnell wieder gebraucht.
Eine Jeans kann problemlos noch einen Tag im Wäschekorb liegen.
Ein Trikot, das am nächsten Morgen für ein Spiel benötigt wird, eher nicht.
Deshalb schaue ich bei der Wäsche auch immer ein bisschen danach, was gerade dringend gebraucht wird. Wenn am Wochenende Spiele anstehen oder unter der Woche mehrere Trainingstage hintereinander liegen, wandern die entsprechenden Sachen eben zuerst in die Maschine.
Eine komplett feste Reihenfolge würde bei unserem Alltag ohnehin nicht funktionieren.
Warum sich trotzdem manchmal Wäsche stapelt
Mit unserer Routine haben wir die Wäsche ganz gut im Griff.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bei uns niemals Wäsche herumsteht.
Natürlich steht manchmal ein voller Korb im Waschraum.
Natürlich wartet trockene Wäsche darauf, zusammengelegt zu werden.
Und natürlich entdecke ich gelegentlich einen Kinderwäschekorb, der längst hätte ausgeräumt werden sollen.
Wir sind sechs Personen. Unser Alltag besteht aus Schule, Arbeit, Fußball, Handball, Terminen und allem, was sonst noch dazugehört.
Da gewinnt die Wäsche eben nicht immer.
Und das muss sie auch gar nicht.
Unsere einfache Wäscheroutine auf einen Blick
Eigentlich besteht unser ganzes System nur aus wenigen Schritten:
- Regelmäßig waschen, statt einen riesigen Wäscheberg entstehen zu lassen.
- Vor dem Waschen sortieren und sinnvolle Maschinen zusammenstellen.
- Trockene Wäsche im Wohnzimmer falten.
- Direkt auf sechs persönliche Wäschekörbe verteilen.
- Jeder bringt seinen eigenen Korb ins Zimmer.
- Jeder räumt seine saubere Wäsche selbst weg.
- Bügelwäsche darf im Waschraum warten, bis ich tatsächlich Lust darauf habe.
Mehr System steckt bei uns eigentlich nicht dahinter.
Eine Wäscheroutine muss zum Familienalltag passen
Ich glaube, genau das ist für mich inzwischen der wichtigste Punkt.
Man kann sich komplizierte Wäschepläne erstellen, feste Waschtage bestimmen und für jedes Familienmitglied ein perfektes System entwickeln.
Wenn es im eigenen Alltag nicht funktioniert, bringt das alles nichts.
Unsere Lösung ist ziemlich unspektakulär: Die Waschmaschine läuft regelmäßig, ich falte und sortiere die Sachen und anschließend ist jeder für seinen eigenen Korb verantwortlich.
Und manchmal stehen diese Körbe eben länger herum.
Die Bügelwäsche wartet sowieso geduldig im Waschraum.
Denn auch bei der Wäsche gilt bei uns inzwischen: Sie muss nicht perfekt organisiert sein. Sie muss für unsere Familie funktionieren.
Und solange morgens noch jeder etwas zum Anziehen findet, würde ich sagen, dass wir dieses Ziel meistens ganz gut erreichen.