Höhlenschwimmen in Kroatien mit Kindern –

unsere ehrlichen Erfahrungen

Eine Bootstour zu einer Höhle, in die man direkt vom Meer aus hineinschwimmen kann – das klang für uns nach einem richtig besonderen Familienabenteuer. Genau deshalb hatte ich diesen Ausflug schon von zu Hause aus gebucht. Ich stellte mir vor, wie Jan und die Kinder gemeinsam in die Höhle schwimmen, während ich das Ganze vom Boot aus beobachte. Dazu ein Badestopp in einer einsamen Bucht, Essen an Bord und Getränke inklusive: eigentlich die perfekte Mischung für einen Urlaubstag in Kroatien.

Am Ende war es auch ein schöner Ausflug. Allerdings verlief er in einigen Punkten ganz anders, als wir es aufgrund der Beschreibung erwartet hatten. Vor allem das eigentliche Höhlenschwimmen war für unsere Kinder kaum möglich. Noch einmal buchen würden wir genau diese Tour deshalb wahrscheinlich nicht.

Damit andere Familien besser einschätzen können, ob ein solcher Ausflug zu ihnen passt, erzähle ich hier ganz ehrlich von unseren Erfahrungen mit dem Höhlenschwimmen in Kroatien.

 

Unsere Bootstour zum Höhlenschwimmen: Buchung und Kosten

Ich hatte die Tour bereits vor unserem Kroatienurlaub von zu Hause aus gebucht. Für uns sechs – zwei Erwachsene und vier Kinder – kostete der Ausflug insgesamt 190 Euro.

Im Preis enthalten waren alle Getränke sowie ein Essen pro Person. Beim Essen konnten wir zwischen Fisch, Thunfischsteak und Hähnchen wählen. Auch die Getränkeauswahl war großzügig: Unter anderem gab es Cola, Fanta und Bier. Gerade bei einer sechsköpfigen Familie ist eine solche All-inclusive-Leistung praktisch, weil sich Getränke auf einem langen Ausflug sonst schnell zu einem zusätzlichen Kostenfaktor entwickeln.

Wir gingen deshalb davon aus, während der Tour vollständig versorgt zu sein, und nahmen weder zusätzliches Essen noch Getränke mit. Später stellte sich heraus, dass ein kleiner eigener Vorrat trotzdem sinnvoll gewesen wäre.

Das Wetter spielte zunächst nicht richtig mit

Zu Beginn war das Wetter eher windig, bewölkt und überraschend kühl. Natürlich kann niemand das Wetter für einen Bootsausflug garantieren. Wenn man sich auf einen Tag mit Schwimmen, Sonne und einer malerischen Bucht freut, beeinflussen Wind und Wolken die Stimmung aber trotzdem.

Auf dem Wasser fühlt sich die Luft durch den Fahrtwind oft noch einmal deutlich kälter an als an Land. Eine leichte Jacke oder ein großes Handtuch zum Einwickeln sollte deshalb selbst dann mit in die Tasche, wenn für den Tag eigentlich sommerliche Temperaturen angekündigt sind.

 

Der erste Stopp: Schwimmen zur Höhle

Das Boot hielt einige Meter vor der Höhle. Von dort aus mussten die Teilnehmer ins offene Wasser springen und zur Höhle schwimmen. Jan und die Kinder machten sich gemeinsam auf den Weg.

Bis zu diesem Punkt war alles ungefähr so, wie wir es erwartet hatten. Das Wasser und die felsige Küste sorgten für genau die abenteuerliche Atmosphäre, die wir uns von diesem Ausflug versprochen hatten.

An der Höhle kam dann allerdings die entscheidende Überraschung: Man konnte nicht einfach, wie von uns erwartet, in die Höhle hineinschwimmen. Um in das Innere zu gelangen, musste man unter dem Fels hindurchtauchen.

Das ist ein großer Unterschied – besonders bei einer Tour, die Familien mit Kindern buchen.

 

Warum unsere Kinder nicht in die Höhle konnten

Clea trägt im Meer grundsätzlich eine Schwimmweste und Max im tiefen Wasser noch einen Schwimmgürtel. Obwohl Max kurz vor unserem Urlaub sein Seepferdchen gemacht hatte, fehlten ihm zu diesem Zeitpunkt noch Schwimmpraxis und Erfahrung im offenen Meer. Mit ihren Schwimmhilfen konnten beide nicht unter dem Fels hindurchtauchen.

Ben hätte es körperlich vermutlich geschafft, traute sich in diesem Moment aber nicht. Ciara überlegte zu lange, ob sie es versuchen sollte. Dadurch schwamm am Ende nur Jan in die Höhle hinein.

Er blieb dort ebenfalls nicht lange und schwamm nicht weit ins Innere. Schließlich warteten die Kinder draußen im offenen Wasser auf ihn. Aus einem gemeinsamen Familienerlebnis wurde damit letztlich ein sehr kurzer Höhlenbesuch für Jan.

Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn der Zugang zu einer natürlichen Höhle nur durch Tauchen möglich ist. Die Natur lässt sich schließlich nicht passend für einen Ausflug gestalten. In der Beschreibung hätte dieser Punkt aber deutlich genannt werden müssen. „In eine Höhle schwimmen“ klingt für Familien anders als „unter einem Felsen hindurchtauchen, um in die Höhle zu gelangen“.

Mit dieser Information hätten wir vor der Buchung viel besser einschätzen können, ob der Ausflug zu unseren Kindern passt.

Schwimmhilfen bieten Sicherheit – verhindern aber das Abtauchen

Bei Bootstouren mit Kindern ist die Frage nach Schwimmhilfen besonders wichtig. Unsere Kinder fühlen sich im Wasser wohl und haben grundsätzlich keine Angst vor dem Meer. Trotzdem gehen wir bei tiefem Wasser kein unnötiges Risiko ein.

Clea trägt immer eine Schwimmweste, wenn wir im Meer oder auf dem Meer unterwegs sind. Max benutzte trotz Seepferdchen weiterhin seinen Schwimmgürtel. Ben und Ciara sind gute Schwimmer, aber auch sie dürfen selbst entscheiden, wenn ihnen eine Situation nicht geheuer ist.

Genau diese sinnvollen Sicherheitsmaßnahmen führten bei der Höhle jedoch dazu, dass Clea und Max nicht hineinkamen. Eine Schwimmweste soll den Körper an der Oberfläche halten – damit ist ein gezieltes Abtauchen natürlich kaum möglich.

Eltern sollten daher vor der Buchung nicht nur fragen, ob Kinder an der Tour teilnehmen dürfen. Viel wichtiger ist die konkrete Frage:

Kann man an der Wasseroberfläche in die Höhle hineinschwimmen oder muss man für den Zugang abtauchen?

Außerdem würde ich klären, wie weit das Boot von der Höhle entfernt hält, wie tief das Wasser dort ist, ob eine Begleitperson mit ins Wasser geht und welche Schwimmhilfen erlaubt oder vorhanden sind.

 

Essen an Bord

Nach dem Höhlenstopp gab es das Essen auf dem Schiff. Wir konnten zwischen Fisch, Thunfischsteak und Hähnchen wählen. Dazu standen die bereits im Preis enthaltenen Getränke zur Verfügung.

Das Essen an Bord war grundsätzlich angenehm und nach dem Schwimmen natürlich willkommen. Gerade bei Ausflügen mit vier Kindern ist es entspannend, wenn man nicht für jeden noch ein großes Proviantpaket vorbereiten muss.

Allerdings sollte man sich von der Bezeichnung „all inclusive“ nicht automatisch dazu verleiten lassen, gar nichts mitzunehmen. Ein paar Snacks, Wasserflaschen und Kleingeld gehören bei uns nach dieser Erfahrung auch bei einer Tour mit Verpflegung in die Tasche.

 

Die kleine unbewohnte Insel mit Restaurant

Nach dem Essen fuhr das Boot eine kleine, nicht bewohnte Insel an. Dort gab es jedoch ein Restaurant. Die Insel und die Bucht waren wunderschön und wirkten beinahe einsam – genau diese besonderen Orte machen Bootsausflüge in Kroatien so reizvoll.

Da wir eine All-inclusive-Tour gebucht hatten, hatten wir weder zusätzliches Essen noch eigene Getränke dabei. Während des Inselaufenthalts waren wir deshalb gezwungen, im Restaurant etwas zu kaufen, wenn wir etwas haben wollten.

Natürlich muss niemand in einem Restaurant bestellen. Mit Kindern und ohne eigene Vorräte fühlt es sich nach mehreren Stunden unterwegs aber nicht wirklich wie eine freie Entscheidung an. Auch darüber hätte die Beschreibung meiner Meinung nach besser informieren müssen. Ein einfacher Hinweis auf einen längeren Inselaufenthalt mit Restaurant, bei dem die All-inclusive-Leistungen des Bootes nicht verfügbar sind, hätte völlig ausgereicht.

Dann hätten wir Wasser, ein paar Snacks und vielleicht etwas mehr Bargeld eingepackt.

 

Zu wenig Badezeit in der schönsten Bucht

Ausgerechnet als das Wetter langsam besser wurde, blieb in der malerischen Bucht nur wenig Zeit zum Schwimmen. Das fand ich besonders schade. Nach dem eher kühlen und windigen Start hätten wir die sonnigere Zeit gern länger am Wasser genutzt.

Die kleine Insel und die Bucht waren wunderschön. Gerade deshalb fühlte sich der Aufenthalt zu kurz an. Wir hätten lieber weniger Zeit an anderer Stelle verbracht und dafür dort noch ausgiebig gebadet.

Bei organisierten Gruppentouren ist der Zeitplan jedoch festgelegt. Das ist einer der größten Unterschiede zu einer privaten Bootstour: Man kann die Route und die Dauer der Stopps nicht spontan an das Wetter oder die Bedürfnisse der eigenen Familie anpassen.

Was uns an der Tour gefallen hat

Trotz unserer Kritik war der Ausflug nicht schlecht. Wir verbrachten einen besonderen Tag auf dem Meer, sahen eine Höhle und entdeckten eine wunderschöne kleine Insel mit einer malerischen Bucht. Für die Kinder ist allein eine längere Bootsfahrt immer ein Erlebnis.

 

Positiv fanden wir außerdem:

Der Gesamtpreis von 190 Euro für sechs Personen war angesichts der enthaltenen Verpflegung in Ordnung.

Getränke waren während der Fahrt inklusive.

Beim Essen gab es mehrere Gerichte zur Auswahl.

Die Landschaft vom Wasser aus war wunderschön.

Der Ausflug brachte Abwechslung in unsere Strandtage.

Niemand wurde seekrank und die Kinder fühlten sich auf dem Wasser grundsätzlich sicher.

Es war also durchaus ein schöner Urlaubstag – nur eben nicht das Familienabenteuer, das wir uns vom angekündigten Höhlenschwimmen versprochen hatten.

 

Was uns enttäuscht hat

Am meisten störte mich, dass wichtige Informationen vor der Buchung nicht klar genug waren.

Für den Zugang zur Höhle musste man abtauchen statt einfach hineinzuschwimmen.

Dadurch konnten Clea und Max mit ihren Schwimmhilfen nicht hinein.

Ben traute sich nicht und Ciara entschied sich nicht rechtzeitig.

Jan konnte die Höhle nur kurz erkunden, weil die Kinder draußen warteten.

Beim Inselstopp standen die gebuchten All-inclusive-Leistungen nicht zur Verfügung.

Auf diesen Umstand waren wir nicht vorbereitet und mussten im Restaurant etwas kaufen.

Als das Wetter schöner wurde, blieb nur wenig Zeit zum Baden in der Bucht.

Keiner dieser Punkte hätte die Tour für sich genommen ruiniert. Zusammen führten sie jedoch dazu, dass Preis, Beschreibung und tatsächliches Erlebnis für uns nicht ganz zusammenpassten.

 

Unsere Tipps für das Höhlenschwimmen mit Kindern

Wenn ihr eine ähnliche Bootstour in Kroatien buchen möchtet, würde ich vorab sehr konkret nachfragen.

1. Nach dem genauen Zugang zur Höhle fragen

Lasst euch nicht nur bestätigen, dass man „zur Höhle schwimmt“. Fragt ausdrücklich, ob man ohne Untertauchen hineingelangt. Erkundigt euch auch, wie lange und wie tief getaucht werden muss.

2. Die Schwimmfähigkeiten ehrlich einschätzen

Ein Schwimmabzeichen im Schwimmbad bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Kind im tiefen, offenen Meer sicher fühlt. Wellen, Felsen, Strömung und dunkle Höhleneingänge sind eine ganz andere Situation.

3. Kinder niemals zum Tauchen drängen

Ben traute sich nicht und das war völlig in Ordnung. Ciara war unsicher und brauchte zu lange für ihre Entscheidung – auch das gehört dazu. Ein Urlaubsausflug soll ein schönes Erlebnis bleiben und keine Mutprobe werden, bei der sich ein Kind übergangen fühlt.

4. Trotz All-inclusive-Verpflegung Proviant mitnehmen

Ein paar kleine Snacks, Wasser und etwas Bargeld nehmen kaum Platz weg. Sie helfen aber enorm, wenn sich die Tour verzögert, ein Stopp außerhalb der Verpflegungszeiten stattfindet oder die Kinder plötzlich Hunger bekommen.

5. Warme Kleidung einpacken

Auf dem Boot kann es auch im kroatischen Sommer kühl werden. Eine dünne Jacke, trockene Kleidung oder ein großes Handtuch sind nach dem Schwimmen Gold wert.

6. Badeschuhe nicht vergessen

An felsigen Küsten und auf kleinen Inseln schützen Badeschuhe vor scharfen Steinen und machen den Ein- und Ausstieg ins Wasser deutlich angenehmer.

7. Den Ablauf der Tour genau prüfen

Fragt, wie lange die einzelnen Stopps dauern und ob die Zeitangaben verbindlich sind. Besonders bei einer langen Liste von Programmpunkten bleibt manchmal ausgerechnet für das Baden weniger Zeit als erwartet.

 

Für welche Familien ist die Tour geeignet?

Ich würde einen solchen Ausflug eher Familien mit älteren Kindern empfehlen, die sehr sicher schwimmen und auch im offenen Meer kontrolliert abtauchen können. Die Kinder sollten sich in der Nähe von Felsen wohlfühlen und selbst entscheiden können, ob sie in eine Höhle hineintauchen möchten.

Für jüngere Kinder oder Kinder mit Schwimmweste kann die Bootsfahrt trotzdem schön sein. Eltern sollten dann aber wissen, dass das eigentliche Höhlenschwimmen möglicherweise ausfällt. Wenn die Höhle der Hauptgrund für die Buchung ist, kann das schnell enttäuschend werden.

Auch Eltern sollten sich im offenen Wasser sicher fühlen. Schließlich muss im Zweifel ein Erwachsener bei den Kindern außerhalb der Höhle bleiben, während ein anderer hineinschwimmt.

 

Gruppentour oder private Bootstour?

Nach unseren Erfahrungen würde ich für besondere Ziele inzwischen eher eine private Bootstour wählen – sofern das Budget es zulässt. Bei unserer [privaten Speedboottour in Medulin] konnten wir die Route mit dem Kapitän absprechen und gezielt die Orte anfahren, die uns interessierten. Das passte mit vier Kindern deutlich besser zu uns.

Eine Gruppentour hat natürlich ebenfalls Vorteile: Sie ist meist günstiger, Verpflegung ist häufig enthalten und man muss sich um die Planung kaum kümmern. Dafür ist der Ablauf starrer. Wenn das Wetter gerade besser wird, ein Kind mehr Zeit braucht oder die Familie lieber länger in einer Bucht bleiben möchte, kann die Route nicht einfach angepasst werden.

Welche Variante besser ist, hängt deshalb davon ab, was ihr erwartet. Wer einfach einen geselligen Tag auf dem Meer verbringen möchte, kann mit einer Gruppentour sehr glücklich werden. Wer einen bestimmten Ort wirklich erkunden oder den Ablauf an Kinder anpassen möchte, hat mit einem privaten Boot mehr Freiheit.

 

Würden wir das Höhlenschwimmen noch einmal buchen?

Genau diese Tour würden wir nicht noch einmal buchen. Dafür war das eigentliche Höhlenerlebnis für unsere Familie zu kurz und für drei der vier Kinder letztlich nicht zugänglich. Auch die fehlende Information zum Inselaufenthalt und die knappe Badezeit haben unsere Begeisterung gedämpft.

Das bedeutet aber nicht, dass wir von Bootsausflügen in Kroatien abraten – ganz im Gegenteil. Wir lieben es, die Küste vom Wasser aus zu erleben, kleine Inseln zu entdecken und in Buchten zu schwimmen, die man vom Land aus kaum erreicht.

Beim nächsten Mal würden wir nur genauer nachfragen oder wieder eine private Tour buchen. Dann könnten wir vorher klären, ob eine Höhle ohne Abtauchen erreichbar ist, welche Stopps sich für unsere Kinder eignen und wie lange wir an einer schönen Bucht bleiben möchten.

 

Unser ehrliches Fazit

Das Höhlenschwimmen in Kroatien war für uns ein schöner Bootsausflug, aber kein unvergessliches Höhlenabenteuer. Die Landschaft, das Meer, das Essen an Bord und die kleine Insel gefielen uns. Gleichzeitig war die Beschreibung an entscheidenden Stellen zu ungenau.

Für Familien macht es einen erheblichen Unterschied, ob Kinder in eine Höhle hineinschwimmen oder unter einem Felsen hindurchtauchen müssen. Auch ein All-inclusive-Angebot sollte klar erklären, wann die Leistungen verfügbar sind und welche zusätzlichen Ausgaben während eines Stopps entstehen können.

Mit älteren, sehr sicheren Schwimmern kann eine solche Tour großartig sein. Mit jüngeren Kindern und Schwimmhilfen sollte man vor der Buchung genau nachfragen und damit rechnen, dass nicht alle in die Höhle gelangen.

Wir bereuen den Ausflug nicht. Noch einmal würden wir ihn in dieser Form aber nicht buchen. Unsere private Speedboottour, bei der die Kinder zwischen unzähligen Fischen schnorcheln konnten, hat deutlich besser zu unserer Familie gepasst.
 

 

©copyright 2025 Christiane Sagorski

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