Medulin mit Kindern
– unsere Erfahrungen, Strände & Tipps
Medulin ist lebendig, touristisch und im Sommer natürlich gut besucht – und trotzdem haben wir uns dort vom ersten Tag an wohlgefühlt. Für uns war der Ort die perfekte Mischung aus entspannten Tagen am Meer, einer belebten Hafenpromenade am Abend und vielen Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung. Gerade mit vier Kindern ist das gar nicht so selbstverständlich.
Wir haben während unseres dreiwöchigen Kroatienurlaubs gleich zweimal in Medulin gewohnt. Zuerst verbrachten wir acht Nächte dort, bevor wir für einige Tage nach Omiš weiterfuhren. Anschließend kamen wir noch einmal für fünf Nächte zurück. Dabei haben wir unterschiedliche Strände kennengelernt, sehr viel Geld fürs Essen ausgegeben, einen kleinen Lieblingsplatz an der Promenade gefunden und festgestellt: Medulin würden wir als Familie jederzeit wieder besuchen.
In diesem Artikel erzähle ich euch von unseren persönlichen Erfahrungen mit Medulin, den Stränden, der Hafenpromenade und unseren Ausflügen. Außerdem verrate ich euch, was wir beim nächsten Urlaub anders machen würden.
Warum Medulin für uns als Familie so gut gepasst hat
Medulin liegt für uns noch in einer Entfernung, die wir gut mit dem Auto bewältigen können. Rund zwölf Stunden Fahrt sind mit vier Kindern zwar kein Katzensprung, aber für einen längeren Urlaub durchaus machbar. Gleichzeitig bietet der Ort genau die Mischung, die wir gesucht haben: Meer, Strände, Restaurants und ein lebendiges Urlaubsgefühl, aber auch viele Möglichkeiten für Ausflüge.
Besonders angenehm fanden wir, wie kinderfreundlich wir Medulin erlebt haben. Rennende, lachende oder auch einmal etwas lautere Kinder störten dort niemanden. Das Personal in den Restaurants und Bars war fast überall ausgesprochen freundlich. Außerdem sprachen sehr viele Menschen zumindest ein wenig Deutsch, sodass die Verständigung auch dann problemlos funktionierte, wenn uns gerade die passenden englischen Wörter fehlten.
Natürlich merkt man überall, dass Medulin ein Touristenort ist. Für mich gehört genau das aber auch zum Urlaub dazu. Die Stadt war belebt und die Hafenpromenade am Abend immer gut besucht, ohne dass wir uns durch die Menschenmengen geschoben fühlten. Selbst zu sechst bekamen wir spontan in jedem Restaurant einen Platz.
Unsere Unterkünfte in Medulin
Unsere erste Ferienwohnung war grundsätzlich schön, hatte für sechs Personen aber eine viel zu kleine Küche. Richtig kochen konnten und wollten wir dort kaum. Deshalb gingen wir beinahe jeden Abend essen – gemütlich, aber auf Dauer natürlich ziemlich teuer.
Die zweite Unterkunft lag nur ungefähr 300 Meter vom Strand Alba Chiara entfernt. Die Betten waren dort die bequemsten unseres gesamten Urlaubs. Dafür war auch diese Wohnung nicht wirklich sinnvoll für sechs Personen ausgestattet. Irgendetwas fehlte eigentlich immer: Es gab zum Beispiel nur zwei Müslischüsseln, fünf Löffel und überhaupt keinen Toaster.
Das scheint bei Ferienwohnungen für größere Familien leider häufiger vorzukommen. Eine Unterkunft kann laut Beschreibung für sechs Personen geeignet sein und trotzdem nicht genügend Geschirr oder eine alltagstaugliche Küche haben. Beim nächsten Mal würde ich mir deshalb die Küchenausstattung vorab genauer bestätigen lassen – besonders dann, wenn wir nicht ständig essen gehen möchten.
Die Strände in und rund um Medulin
In und um Medulin gibt es sehr unterschiedliche Strände. Wir haben schnell gemerkt, dass uns die felsigen Küstenabschnitte deutlich besser gefallen als der bekannte Sandstrand direkt in Medulin.
Der Sandstrand von Medulin: für uns leider kein Highlight
Am ersten Tag waren wir direkt nach unserer Ankunft am Sandstrand von Medulin, weil wir noch nicht in unsere Ferienwohnung konnten. Für kleinere Kinder wird der sehr flache Einstieg häufig als Vorteil genannt. Für uns war er allerdings eher nervig: Man muss gefühlt kilometerweit ins Wasser laufen, bevor es überhaupt einmal bis zur Hüfte reicht.
Weder wir Erwachsenen noch unsere Kinder fanden das besonders spannend. Außerdem war es dort sehr voll. Nach diesem ersten Besuch war für uns klar, dass wir während des restlichen Urlaubs lieber andere Strände ausprobieren würden.
Plaža Bura-Bora in Ližnjan: großer Strand und kleine Lieblingsbucht
Am Plaža Bura-Bora in Ližnjan waren wir gleich mehrmals. Dort trafen wir uns mit Bekannten aus unserer Heimat, die zur gleichen Zeit in Kroatien waren.
Der Strand bietet eine große Liegefläche, eine Hüpfburg und zwei Restaurants. Besonders schön fanden wir aber eine kleine Bucht direkt daneben. Dort waren wir fast immer ganz allein. Während am Hauptstrand mehr los war, hatten wir in dieser kleinen Bucht viel Ruhe und ausreichend Platz für uns.
Solche versteckteren Abschnitte mögen wir ohnehin viel lieber als die typischen großen Familienstrände. Manchmal lohnt es sich, nicht sofort an der ersten sichtbaren Stelle die Handtücher auszubreiten, sondern noch ein kleines Stück an der Küste entlangzugehen.
Strand Alba Chiara: felsig, klar und nah an unserer Wohnung
Während unseres zweiten Aufenthalts lag der Strand Alba Chiara nur rund 300 Meter von unserer Ferienwohnung entfernt. Er erstreckt sich in Richtung Hafen und besteht aus vielen felsigen Abschnitten.
Man sollte dort unbedingt Badeschuhe tragen und vor dem Sprung ins Wasser schauen, wo man gut hinein- und später auch wieder herauskommt. Uns stört das nicht. Im Gegenteil: Gerade an den Felsstränden war das Meer besonders sauber und klar. Das Wasser rund um Medulin ist zwar nicht ganz so intensiv türkisblau wie in Dalmatien, aber trotzdem wunderschön.
Wegen der großen Hitze verbrachten wir unsere letzten Tage fast ausschließlich dort. Wir mieteten uns hin und wieder Liegen, fuhren Tretboot und die Kinder beschäftigten sich mit Krebsen oder tobten auf der Hüpfburg. Ciara und ich hatten endlich Zeit zum Lesen. Und wenn ich zwischendurch einmal fünf Minuten allein im Wasser treiben konnte, fühlte sich das schon fast wie Wellness an.
Einfach losfahren und einen freien Küstenabschnitt suchen
Einige unserer schönsten Badestellen hatten gar keinen Namen, den ich mir gemerkt hätte. Ich gab einfach einen Strand zwischen Medulin und Pula ins Navi ein. Anschließend fuhren wir an der Küste entlang, nahmen den nächsten freien Parkplatz und liefen von dort zum Wasser hinunter.
Genau das möchten wir im nächsten Jahr noch häufiger machen. Rund um Medulin gibt es so viele kleine Buchten und felsige Küstenabschnitte, dass man nicht jeden Tag am selben Strand verbringen muss.
Badeschuhe, Sonnenschirm und Liegen: unsere praktischen Strandtipps
An den felsigen Stränden sind Badeschuhe aus unserer Sicht unverzichtbar. Sie schützen nicht nur vor spitzen Steinen, sondern erleichtern auch den Einstieg ins Wasser.
Natürlichen Schatten findet man an den Stränden rund um Medulin nur schwer. Selbst wenn ein Platz mittags noch schattig ist, kann er wenige Stunden später vollständig in der Sonne liegen. Wir hatten deshalb einen eigenen Sonnenschirm dabei. An besonders heißen Tagen gönnten wir uns auch Liegen mit Schirm.
Die Preise dafür variierten bei unseren Besuchen zwischen 20 und 30 Euro pro Tag für zwei Liegen, einen kleinen Tisch und einen Sonnenschirm. Das ist für eine sechsköpfige Familie natürlich zusätzlicher Luxus und nicht jeden Tag drin. Hin und wieder war es uns den Komfort aber wert.
Mit dem Medulin Express durch den Ort
Direkt am ersten Tag fuhren wir mit dem Medulin Express. Die Fahrt war nicht gerade günstig, aber für einen ersten Eindruck vom Ort durchaus schön.
Ein wenig enttäuscht war ich von der Route. Wir sahen viel von den Campingplätzen, zu denen man als Nicht-Camper keinen Zugang hat, dafür aber weniger von der Umgebung, als ich erwartet hatte. Als erste Orientierung kann ich die Fahrt trotzdem empfehlen. Man bekommt ein Gefühl für die Entfernungen und kann nach der langen Anreise erst einmal sitzen bleiben, während die Kinder trotzdem etwas zu schauen haben.
Die Hafenpromenade von Medulin am Abend
Die Hafenpromenade gehörte für uns fest zu Medulin dazu. Abends war sie immer lebendig und gut besucht, aber nie so überfüllt, dass es unangenehm wurde. Wir bekamen auch zu sechst überall spontan einen Tisch und mussten uns nie lange durch Menschengruppen kämpfen.
In Deutschland stört es mich manchmal schon, wenn sich am Badesee jemand nur 30 Zentimeter neben unsere Decke legt. In Kroatien macht mir die Nähe anderer Menschen komischerweise viel weniger aus. Vielleicht liegt es am Urlaubsgefühl – oder einfach daran, dass alle entspannter wirken.
Unsere kleine Abendtradition in der Bar Medulin
Schon am ersten Tag aßen wir in der Bar Medulin einen Eisbecher. Ich war sofort schockverliebt in die Atmosphäre: kleine weiße Sofas und Sessel aus Rattan, hübsche Kissen und Schaukelstühle mit Blumen. Es war gemütlich, verspielt und einfach genau der Ort, an dem man nach einem langen Urlaubstag noch sitzen bleiben möchte.
Wann immer es unsere Planung zuließ, tranken wir dort am Abend einen Cocktail. Nach einigen Besuchen kannte uns der Kellner bereits und nannte Clea immer „Prinzessin“. Von da an wollte sie natürlich erst recht jeden Abend dorthin.
Genau solche kleinen Rituale machen einen Urlaub für mich besonders. Es muss nicht immer der große Ausflug sein. Manchmal ist es einfach ein vertrauter Platz, an dem man sich schon nach wenigen Tagen ein bisschen zu Hause fühlt.
Essen gehen in Medulin: kinderfreundlich, aber nicht günstig
Weil die Küche unserer ersten Ferienwohnung so klein war, gingen wir sehr häufig essen. Die Restaurants wechselten wir meistens. Nur eines besuchten wir insgesamt viermal, weil dort auch richtige Kindergerichte angeboten wurden. Nach dem Essen bekamen die Kinder jeweils ein Eis und ich einen Cappuccino aufs Haus. Bei sechs Personen machte selbst diese kleine Aufmerksamkeit einen Unterschied.
Für ein Abendessen mit Getränken zahlten wir je nach Restaurant zwischen 100 und 150 Euro. Wer jeden Abend mit einer Großfamilie essen geht, muss dafür also ein ordentliches Budget einplanen.
Gestört hat mich in einem Restaurant die Regelung beim Trinkgeld über die Kartenzahlung. Zur Auswahl standen nur 10, 15 oder 20 Prozent. Ich gebe gern Trinkgeld, möchte aber selbst entscheiden, wie viel. Dort gingen wir deshalb kein zweites Mal hin.
Grundsätzlich machten wir mit dem Personal jedoch fast überall sehr gute Erfahrungen. Kinder waren willkommen und niemand verdrehte die Augen, wenn es am Tisch etwas lebhafter wurde.
Ausflüge rund um Medulin mit Kindern
Medulin eignet sich nicht nur für einen reinen Badeurlaub, sondern auch hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge. Während unserer Zeit dort haben wir unter anderem das Kap Kamenjak und das Aquarium in Pula besucht. Außerdem unternahmen wir eine Sunset-Delfintour sowie eine Speedboottour mit Höhlenschwimmen.
Diese Erlebnisse waren so besonders, dass sie jeweils einen eigenen Artikel bekommen. Sobald die Berichte online sind, verlinke ich sie euch hier ausführlich.
Ein weiteres Highlight war für Ciara das Reiten mit Pferden im Meer. Am letzten Tag durfte sie nicht nur reiten, sondern gemeinsam mit dem Pferd schwimmen. Für sie war das einer der schönsten Momente des gesamten Urlaubs.
Was uns an Medulin gefallen hat
- die Mischung aus Badeurlaub und vielen Ausflugsmöglichkeiten
- das klare, saubere Wasser an den felsigen Stränden
- die lebendige, aber nicht erdrückend volle Hafenpromenade
- die große Kinderfreundlichkeit in Restaurants und Bars
- die vielen unterschiedlichen Strände und kleinen Buchten in der Umgebung
- die unkomplizierte Verständigung, weil viele Menschen etwas Deutsch sprechen
- die für uns noch gut machbare Anreise mit dem Auto
Was uns weniger gefallen hat
- der für unseren Geschmack viel zu flache und volle Sandstrand
- der fehlende natürliche Schatten an vielen Stränden
- die teilweise dürftige Ausstattung der Ferienwohnungen für sechs Personen
- die hohen Kosten, wenn eine Großfamilie häufig essen geht
- die Strecke des Medulin Express, die überwiegend an Campingplätzen entlangführte
Unsere Tipps für einen Familienurlaub in Medulin
Badeschuhe einpacken: An den Felsstränden sind sie für Kinder und Erwachsene wirklich wichtig.
Einen eigenen Sonnenschirm mitnehmen: Natürlicher Schatten ist selten und wandert im Laufe des Tages.
Nicht nur den Sandstrand besuchen: Die kleinen Buchten und felsigen Abschnitte rund um Medulin haben uns viel besser gefallen.
Einfach einmal die Küste entlangfahren: Ein freier Parkplatz kann der Ausgangspunkt zu einem wunderschönen, ruhigeren Badeplatz sein.
Die Küchenausstattung der Unterkunft prüfen: „Für sechs Personen geeignet“ bedeutet leider nicht automatisch sechs Schüsseln, sechs Löffel und genügend Platz zum Kochen.
Ein großzügiges Essensbudget einplanen: Für sechs Personen zahlten wir mit Getränken meist zwischen 100 und 150 Euro.
Medulin als Ausgangspunkt nutzen: Pula, Kap Kamenjak und verschiedene Bootsausflüge lassen sich gut mit einem Badeurlaub verbinden.
Unser Fazit: Würden wir Medulin mit Kindern empfehlen?
Ja, absolut. Medulin ist für Familien besonders dann empfehlenswert, wenn sie nicht nur zwei Wochen am gleichen Strand liegen möchten. Der Ort verbindet entspannte Badetage mit einer lebendigen Promenade, kinderfreundlichen Restaurants und vielen Ausflugsmöglichkeiten.
Der Sandstrand hat uns persönlich nicht überzeugt. Dafür mochten wir die felsigen Küstenabschnitte, das klare Wasser und die kleinen Buchten umso mehr. Auch wenn Medulin touristisch und im Sommer gut besucht ist, empfanden wir die Atmosphäre als angenehm und entspannt.
Wir werden auf jeden Fall noch einmal nach Medulin fahren. Es gibt noch viele Strände und Buchten, die wir entdecken möchten. Ob wir uns irgendwann eine andere Küstenstadt suchen, wenn wir rund um Medulin wirklich alles gesehen haben, weiß ich noch nicht. Im Moment fühlt es sich für uns jedenfalls wie ein Ort an, an den wir sehr gern zurückkehren.