Regentage, Ferien, Chaos –
unsere einfachen Beschäftigungsideen für Kinder
Draußen regnet es, der geplante Ausflug fällt aus und im Wohnzimmer wird es langsam unruhig. Ein Kind möchte etwas unternehmen, ein anderes hat auf keinen Vorschlag Lust – und du hast eigentlich auch noch etwas zu erledigen.
An solchen Tagen braucht es nicht unbedingt ein großes Ersatzprogramm. Manchmal reicht eine kleine Idee, mit der die Kinder anfangen können. Manchmal passt eine gemeinsame Beschäftigung besser.
Hier findest du Vorschläge zum Spielen, Basteln, Bewegen und Ausruhen. Wähle aus, was zu euren Kindern, eurem Platz und deiner verfügbaren Zeit passt.
Die Liste ist kein Tagesplan. Ihr müsst nicht alles ausprobieren und auch nicht den ganzen Nachmittag gemeinsam verbringen.
1. Eine Spielwelt im Wohnzimmer entstehen lassen
Eine Decke, einige Kissen oder ein leerer Karton können der Anfang einer neuen Spielidee sein.
Vielleicht wird daraus eine Kuscheltierwohnung, eine Höhle oder ein kleiner Laden. Die Kinder können überlegen, was zu ihrer Spielwelt gehört und welche Dinge sie dafür benutzen möchten.
Du könntest mit einer Frage beginnen:
„Wenn eure Kuscheltiere heute ein Haus bekommen würden: Was müsste unbedingt hinein?“
Danach dürfen die Kinder die Idee selbst weiterentwickeln. Vielleicht brauchen sie beim Aufbau Hilfe, vielleicht möchten sie lieber allein gestalten.
Verwendet für Höhlen stabile Unterlagen und leichte Decken. Laufwege und Türen sollten frei bleiben. Vereinbart außerdem, was bis später stehen bleiben darf und was ihr vor dem Abendessen wieder wegräumt.
2. Eine kleine Bastelkiste öffnen
Für einen kreativen Nachmittag muss nicht immer neues Material her.
Schaut nach, was bereits vorhanden ist: Papier, Stifte, geeignete Kartons, saubere Papprollen oder Stoffreste können ausreichen.
Mögliche Ideen sind:
aus einem Karton ein Fahrzeug bauen,
eine Papprolle in ein Fantasietier verwandeln,
eigene Spielkarten malen,
ein Lesezeichen gestalten,
eine kleine Schachtel verzieren.
Du kannst eine Idee anbieten oder die Materialien einfach als Auswahl bereitstellen. Nicht jedes Kind möchte dieselbe Sache basteln.
Wenn ihr lieber einer Anleitung folgt, findest du Schritt-für-Schritt-Projekte auf meinem Bastelblog kreativemama-blog.de. Weitere Inspiration und Materialideen gibt es auf kreativemama.net.
Wählt Materialien und Werkzeuge passend zum Alter. Überlegt vorher, wie viel Hilfe und anschließendes Aufräumen die Aktion braucht.
3. Eine Mini-Schatzsuche vorbereiten
Eine Schatzsuche funktioniert auch in der Wohnung.
Für eine einfache Runde reichen drei Hinweise und ein kleines Ziel. Du kannst die Hinweise aufschreiben, zeichnen oder den Kindern nacheinander vorlesen.
So könnte die Suchkette aussehen:
Den ersten Hinweis bekommen die Kinder direkt: „Hier stehen unsere Schuhe.“
Bei den Schuhen liegt der nächste Zettel: „Hier waschen wir uns die Hände.“
Am Waschbecken wartet der Hinweis: „Hier machen wir es uns beim Vorlesen gemütlich.“
Am vereinbarten Leseplatz liegt der Schatz.
Der Schatz kann ein Bilderrätsel, ein paar Sticker oder eine Einladung zum gemeinsamen Wohnzimmerpicknick sein.
Wähle erreichbare, ungefährliche Verstecke. Niemand muss dafür auf Möbel klettern oder Schränke durchsuchen, die nicht zur Suchrunde gehören.
Ältere Kinder können anschließend selbst eine Runde vorbereiten.
Wenn ihr ein längeres Rätselabenteuer sucht, findest du im Artikel Escape-Spiel oder Krimidinner planen weitere Anregungen und eine Übersicht meiner Spiele.
4. Eine kurze Spielrunde anbieten
Nicht jeder Regentag braucht einen ganzen Spieleabend. Vielleicht passt gerade eine Runde Karten, ein Würfelspiel oder ein einfaches Ratespiel.
Lasst die Kinder aus zwei oder drei passenden Möglichkeiten wählen. Achtet dabei auf Alter und Spielerzahl, damit die gewünschte Runde auch zusammen spielen kann.
Wenn die Interessen weit auseinanderliegen, könnt ihr euch aufteilen oder nacheinander verschiedene Spiele ausprobieren. Nicht alle müssen jede Partie mitmachen.
Unsere Auswahl findest du im Artikel Die 10 besten Gesellschaftsspiele für Familien.
Auch ohne Spieleschachtel lässt sich etwas anfangen: Eine Person beschreibt einen Gegenstand im Raum, die anderen versuchen ihn zu erraten.
5. Gemeinsam malen – mit einer kleinen Besonderheit
Papier und Stifte reichen für eine Malrunde. Wenn die Kinder einen Einstieg möchten, könnt ihr eine einfache Spielidee ergänzen.
Ein Bild weitergeben: Jede Person beginnt ein Bild. Nach einer Weile wird das Blatt weitergereicht, und die nächste Person ergänzt etwas.
Aus Formen etwas machen: Du zeichnest einen Kreis, ein Dreieck oder eine geschwungene Linie. Die Kinder überlegen, was daraus entstehen könnte.
Eine Bildergeschichte erfinden: Auf mehreren kleinen Blättern entstehen nacheinander Figuren, Orte und Ereignisse. Anschließend erzählt ihr dazu eine Geschichte.
Niemand muss besonders schön zeichnen. Auch ein ganz eigenes Bild ohne gemeinsame Spielregel ist möglich.
Wenn verschiedene Altersgruppen am Tisch sitzen, können alle dieselben Materialien nutzen und trotzdem unterschiedlich arbeiten.
6. Bewegung in einer freien Ecke ermöglichen
Wenn die Kinder Bewegung möchten, könnt ihr schauen, was eure Wohnung dafür hergibt.
Vielleicht passt eine Runde Stopptanz oder ein kleiner Weg aus Markierungen auf dem Boden: um eine Linie herumgehen, an einer Stelle stehen bleiben und an einer anderen in die Hocke gehen.
Ihr könnt euch auch gegenseitig Bewegungen vormachen, die die anderen nachmachen.
Räumt vorher ausreichend Platz frei. Der Untergrund sollte rutschfest sein; Sprünge von Möbeln oder hohe Kletteraufbauten braucht es dafür nicht.
Wählt eine Variante, bei der alle nach ihren Möglichkeiten mitmachen können. Eine Person kann zum Beispiel die Musik bedienen oder neue Bewegungen vorschlagen.
7. Eine Lese- oder Hörecke einrichten
Nach einer lebhaften Beschäftigung passt vielleicht etwas Ruhigeres.
Legt Kissen und eine Decke bereit und sucht ein Buch, ein Hörspiel oder ein Hörbuch aus. Manche Kinder hören gerne gemeinsam, andere möchten lieber für sich sein.
Dazu darf gemalt, gepuzzelt oder einfach gelegen werden. Es muss keine Aufgabe folgen, mit der das Gehörte abgefragt wird.
Achte darauf, ob Geschichte, Lautstärke und Spannung zur Situation passen. Ein aufregendes Hörspiel ist nicht für jedes Kind eine Ruhepause.
Gedanken und weiterführende Links findest du im Artikel Hörspiele hören – kleine Auszeiten.
8. Aus einer Mahlzeit eine gemeinsame Aktion machen
Vielleicht könnt ihr die nächste Mahlzeit gemeinsam vorbereiten, statt zusätzlich ein großes Backprojekt zu beginnen.
Die Kinder könnten:
Brote belegen,
Obst mit geeigneter Unterstützung vorbereiten,
kleine Pizzen belegen,
einen einfachen Teig mit anrühren,
oder den Tisch für ein Wohnzimmerpicknick decken.
Verteilt überschaubare Aufgaben und legt vorher bereit, was gebraucht wird. Heiße Geräte, scharfe Messer und andere Küchenarbeiten benötigen die passende Begleitung.
Wenn mehrere Kinder gleichzeitig helfen möchten, kann eines Zutaten bereitstellen und ein anderes den Tisch vorbereiten.
Auch hier darf die Lösung einfach bleiben. Ihr müsst kein besonderes Rezept auswählen, damit gemeinsames Zubereiten Spaß machen kann.
9. Ein kleines Theater erfinden
Mit Kuscheltieren, Spielfiguren oder selbst gemalten Papierfiguren lässt sich eine Geschichte spielen.
Vielleicht eröffnet ein Tier ein Café. Vielleicht verschwindet ein Gegenstand und muss gesucht werden. Vielleicht möchte eine Figur verreisen und packt lauter ungewöhnliche Dinge ein.
Wer gerne spielt, übernimmt eine Rolle. Wer lieber vorbereitet, kann Eintrittskarten malen, den Hintergrund gestalten oder Geräusche beisteuern.
Eine Aufführung vor Publikum ist freiwillig. Das Erfinden und Spielen kann bereits die ganze Beschäftigung sein.
Ihr könnt die Geschichte später fortsetzen, ohne dass sie an diesem Nachmittag fertig werden muss.
10. Eine kleine Ideenliste für später sammeln
Wenn eine Beschäftigung gut angekommen ist, könnt ihr sie für den nächsten Regentag festhalten.
Schreibt oder malt einige Favoriten auf einzelne Zettel. So entsteht nach und nach eine Sammlung mit Ideen, die zu euren Kindern passt.
Die Auswahl darf überschaubar bleiben. Eine Kiste mit hundert Vorschlägen ist nicht nötig.
Wichtig ist auch: Ein gezogener Zettel verpflichtet niemanden zum Mitmachen. Vielleicht passt die Idee heute nicht, obwohl sie letzte Woche noch beliebt war.
Wenn gerade keine Idee ankommt
Manchmal werden alle Vorschläge abgelehnt. Dann musst du nicht immer neue nachliefern.
Frag lieber kurz nach:
„Suchst du etwas zum Spielen, oder möchtest du gerade mit mir zusammen sein?“
Vielleicht braucht dein Kind Nähe, etwas zu essen oder zunächst Ruhe. Vielleicht weiß es selbst noch nicht, worauf es Lust hat.
Freie Zeit muss nicht sofort gefüllt werden. Du darfst Begleitung anbieten, ohne den ganzen Nachmittag zu gestalten.
Mehr dazu findest du im Artikel Warum Langeweile für Kinder wichtig ist.
Ein Regentag braucht kein lückenloses Programm
Vielleicht reicht heute eine gemeinsame Aktion. Danach spielen die Kinder weiter, hören eine Geschichte oder beschäftigen sich mit unterschiedlichen Dingen.
Wenn du arbeiten oder etwas erledigen musst, benenne möglichst konkret, wann du helfen kannst. Was Kinder selbstständig machen können, hängt von ihrem Alter und ihrem Unterstützungsbedarf ab.
Wählt für den Anfang die Idee, für die bereits alles da ist und die heute zu eurer Energie passt. Auch ein gewöhnlicher Nachmittag mit ein paar schönen Momenten ist ein guter Ferientag.