Kap Kamenjak mit Kindern –
Dinosaurierpfad, Naturpark & unsere Erfahrungen
Kap Kamenjak gehört zu den Ausflugszielen, die bei einem Familienurlaub rund um Medulin beinahe automatisch auf der Liste landen. Wilde Küste, versteckte Buchten, Dinosaurierspuren und ein eigener Dinosaurierpfad klingen schließlich nach der perfekten Mischung aus Natur und Abenteuer. Auch wir wollten uns das Naturschutzgebiet während unseres Kroatienurlaubs unbedingt ansehen.
Unser Besuch verlief allerdings etwas anders als geplant. Weil es am Morgen geregnet hatte, verbrachten wir die erste Tageshälfte im Aquarium in Pula und kamen erst später am Kap Kamenjak an. Badesachen hatten wir keine dabei, die Karte vom Eingang beachteten wir zunächst ebenfalls nicht besonders gründlich – und so wurde aus einem gemütlichen Spaziergang ein ziemlich abenteuerliches Klettererlebnis über steiniges Gelände.
Die Kinder waren trotzdem glücklich. Und obwohl wir längst nicht alles gesehen haben, wissen wir schon jetzt: Beim nächsten Urlaub möchten wir wiederkommen. Dann aber besser vorbereitet und mit einem ganzen Tag Zeit.
Was ist Kap Kamenjak?
Kap Kamenjak liegt südlich von Medulin auf der Halbinsel Premantura. Das geschützte Gebiet ist vor allem für seine felsige Küste, die vielen Buchten und das klare Meer bekannt. Familien können dort baden, wandern, Dinosaurierspuren suchen und verschiedene Lokale und Ausflugsziele besuchen.
Allein die Größe des Gebiets hatten wir ein wenig unterschätzt. Kap Kamenjak ist kein kleiner Park, in dem man das Auto abstellt, einmal eine Runde läuft und nach zwei Stunden alles gesehen hat. Zwischen den einzelnen Zielen liegen teilweise längere Strecken. Deshalb lohnt es sich, schon am Eingang zu überlegen, was man unbedingt besuchen möchte – und tatsächlich einen Blick auf die ausgehändigte Karte zu werfen.
Das hätten wir nämlich besser auch getan.
Anreise und Einfahrt mit dem Auto
Wir fuhren von Medulin aus mit dem Auto zum Kap Kamenjak. Für die Einfahrt zahlten wir 30 Euro, weil unser Auto dort als SUV eingestuft wurde. Für einen kurzen Nachmittagsbesuch ist das natürlich ein stolzer Preis. Wenn man dagegen den gesamten Tag im Naturschutzgebiet verbringt und verschiedene Bereiche besucht, relativiert sich die Ausgabe zumindest etwas.
Parkmöglichkeiten waren bei unserem Besuch ausreichend vorhanden. Das Problem war also nicht, einen Platz für das Auto zu finden. Unser Problem war vielmehr, dass wir die Karte, die wir am Eingang bekommen hatten, zunächst nicht richtig anschauten.
Wir fuhren deshalb erst einmal quer durch das Naturschutzgebiet, obwohl der Einstieg zum Dinosaurierpfad offenbar ziemlich nah am Anfang lag. Im Nachhinein hätten wir uns einige Fahrerei ersparen können. Gleichzeitig bekamen wir auf diese Weise schon einen ersten Eindruck davon, wie weitläufig Kap Kamenjak ist.
Unser etwas chaotischer Start am Dinosaurierpfad
Nachdem wir endlich in der richtigen Gegend angekommen waren, begann die Suche nach dem Dinosaurierpfad. Die Beschilderung empfanden wir leider als ziemlich dürftig. Uns war zeitweise überhaupt nicht klar, ob wir uns noch auf dem offiziellen Weg befanden oder längst irgendwo falsch abgebogen waren.
Statt auf einem gemütlichen Familienweg liefen und kletterten wir schließlich über ziemlich steiniges Gelände. Mit viel Fantasie konnten wir dabei vielleicht auch die angekündigten Dinosaurierfußabdrücke erkennen. Ganz sicher waren wir uns allerdings nicht. Gerade wenn man mit der Erwartung kommt, deutlich sichtbare Spuren zu entdecken, kann dieser Teil etwas enttäuschend sein.
Die Kinder störte das deutlich weniger als uns Erwachsene. Für sie war schon die Suche ein Abenteuer. Sie kletterten über die Steine, hielten nach Spuren Ausschau und waren einfach glücklich, draußen unterwegs zu sein. Manchmal ist es eben gar nicht das perfekt ausgeschilderte Ziel, das Kindern in Erinnerung bleibt, sondern der Weg dorthin.
Klettern mit wunderschöner Aussicht
Auch wenn wir uns unterwegs mehrfach fragten, ob wir überhaupt richtig waren, hatte unser Kletterabenteuer eine sehr schöne Seite: die Aussicht. Die raue Landschaft und der Blick auf das Meer machten die anstrengenden Abschnitte mehr als einmal wett.
Nach dem Regen am Vormittag war es am Nachmittag deutlich wärmer geworden, als wir erwartet hatten. Auf dem steinigen Untergrund wurde der Weg dadurch anstrengender. Gerade mit Kindern sollte man genügend Getränke mitnehmen und die Temperaturen nicht unterschätzen. Auch feste Schuhe sind aus unserer Sicht wichtig. Mit einfachen Flip-Flops hätte ich dort nicht laufen wollen.
Für einen Kinderwagen war der Bereich, in dem wir unterwegs waren, ebenfalls nicht geeignet. Mit kleinen Kindern, die noch nicht sicher über Steine laufen oder längere Strecken schaffen, würde ich mich vorab besonders genau über einen leichteren Weg informieren.
Endlich gefunden: die Dinosaurierfiguren
Irgendwann fanden wir tatsächlich den Weg, auf dem die Dinosaurierfiguren stehen. Damit wussten wir endlich sicher, dass wir am richtigen Ziel angekommen waren.
Die Figuren waren für die Kinder natürlich leichter zu erkennen als die vermeintlichen Fußabdrücke im Gestein. Nach unserer etwas planlosen Suche fühlte sich der Fund des richtigen Pfades fast wie ein kleiner Erfolg an. Die Kinder waren zufrieden – und wir Erwachsenen vor allem erleichtert, dass unser Ausflug doch noch am versprochenen Dinosaurierpfad endete.
Wer hauptsächlich wegen der Dinosaurier kommt, sollte seine Erwartungen trotzdem realistisch halten. Der Pfad ist ein schönes zusätzliches Erlebnis innerhalb des Naturparks. Für uns wäre er allein aber kein Grund, den relativ hohen Preis für die Einfahrt zu zahlen. In Kombination mit den Stränden, Buchten und weiteren Zielen im Park ergibt sich dagegen ein abwechslungsreicher Tagesausflug.
Pause auf dem großen Spielplatz
Nach dem Dinosaurierpfad gingen wir noch zu einem großen Spielplatz. Dort tranken wir etwas, während die Kinder spielten. Nach dem Klettern und Suchen war diese Pause für alle genau richtig.
Gerade bei einem Ausflug mit vier Kindern sind solche Orte Gold wert. Die Erwachsenen können kurz sitzen, etwas trinken und verschnaufen, während die Kinder erstaunlicherweise noch immer genug Energie zum Spielen haben.
Der Spielplatz war für uns ein schöner Abschluss des Besuchs. Da wir erst am Nachmittag gekommen waren, blieb anschließend nicht mehr genügend Zeit, um noch weitere Teile des Parks in Ruhe zu erkunden.
Strände am Kap Kamenjak: dieses Mal leider ohne uns
Kap Kamenjak ist für seine vielen Strände und Buchten bekannt. Gesehen und ausprobiert haben wir sie bei diesem Besuch allerdings nicht. Weil wir morgens wegen des Regens ins Aquarium nach Pula gefahren waren, hatten wir keine Badesachen dabei.
Das würden wir beim nächsten Mal definitiv anders machen. Selbst wenn das Wetter am Morgen noch unsicher aussieht, würde ich Badesachen, Badeschuhe und Handtücher vorsichtshalber ins Auto legen. In Kroatien kann sich das Wetter schnell ändern – genau wie bei uns, als es am Nachmittag plötzlich doch deutlich wärmer wurde.
Ein Ausflug ans Kap Kamenjak lässt sich vermutlich am besten genießen, wenn man Wandern, Entdecken und Baden miteinander verbindet. Nur zum Laufen war es am warmen Nachmittag recht anstrengend. Eine Pause am Meer hätte den Tag für uns perfekt ergänzt.
Restaurants, Safari Bar und Bauernhof
Während unserer Fahrt durch den Park sahen wir Schilder zu verschiedenen Restaurants. Verhungern muss man am Kap Kamenjak also offenbar nicht. Ausprobiert haben wir bei unserem ersten Besuch allerdings noch keines davon.
Auch einen Bauernhof haben wir auf den Hinweisschildern entdeckt. Diesen möchten wir uns beim nächsten Urlaub auf jeden Fall ansehen. Gerade für einen Familienausflug klingt die Kombination aus Naturpark, Tieren und anschließendem Baden sehr passend.
Außerdem hatte ich vorab im Internet von der Safari Bar gelesen. Bei diesem Besuch schafften wir es nicht mehr dorthin. Für das nächste Jahr steht sie aber fest auf unserer Liste. Es gibt am Kap Kamenjak also noch genug zu entdecken, um einen zweiten Besuch problemlos zu füllen.
Was uns am Kap Kamenjak gefallen hat
- das Gefühl, mitten in einem kleinen Abenteuer zu stecken
- die schöne Aussicht während unserer Klettertour
- die wilde und ursprüngliche Landschaft
- die Dinosaurierfiguren auf dem richtigen Pfad
- der große Spielplatz als entspannter Abschluss
- die vielen weiteren Möglichkeiten, die wir beim nächsten Besuch noch entdecken können
Was uns weniger gefallen hat
- die für einen SUV mit 30 Euro recht teure Einfahrt
- die aus unserer Sicht unzureichende Beschilderung am Dinosaurierpfad
- die nur schwer erkennbaren Dinosaurierspuren
- dass wir ohne genaue Planung zunächst quer durch das Gebiet fuhren
- dass wir wegen unseres späten Besuchs und der fehlenden Badesachen nur einen kleinen Teil des Parks erleben
konnten
Unsere Tipps für Kap Kamenjak mit Kindern
Einen ganzen Tag einplanen: Für einen kurzen Abstecher ist das Gebiet zu groß und die Einfahrt mit dem Auto zu teuer. Mit ausreichend Zeit könnt ihr mehrere Ziele und einen Strand miteinander verbinden.
Die Karte direkt am Eingang anschauen: Markiert euch am besten schon vor der Weiterfahrt den Dinosaurierpfad, euren Wunschstrand und mögliche Pausenorte.
Badesachen immer mitnehmen: Auch wenn das Wetter morgens nicht nach Strand aussieht, kann es wenige Stunden später warm und sonnig sein.
Feste Schuhe tragen: Rund um den Dinosaurierpfad kann es sehr steinig werden. Badeschuhe allein wären für unsere Kletterstrecke nicht ausreichend gewesen.
Genügend Getränke einpacken: Die Hitze wurde am Nachmittag anstrengender als erwartet.
Nicht zu viel von den Fußabdrücken erwarten: Die Spuren waren für uns nicht eindeutig zu erkennen. Mit Fantasie wird die Suche trotzdem zum Abenteuer.
Wandern und Baden kombinieren: Nutzt den kühleren Vormittag zum Laufen und Erkunden, verbringt die heißeren Stunden an einer Bucht und geht erst am Abend noch einmal auf Entdeckungstour.
Bei schlechterem Wetter wandern: Wenn Baden ohnehin nicht geplant ist, kann ein bedeckter Tag angenehm sein. Ein wenig Regen wäre für uns leichter gewesen als große Hitze auf dem steinigen Weg.
Vorab Wunschziele festlegen: Neben dem Dinosaurierpfad gibt es Strände, Restaurants, einen Bauernhof und die Safari Bar. Alles spontan an einem Nachmittag entdecken zu wollen, funktioniert kaum.
So würden wir unseren nächsten Besuch planen
Beim nächsten Mal würden wir möglichst früh zum Kap Kamenjak fahren. Den Vormittag würden wir nutzen, um bei noch angenehmen Temperaturen zu wandern, den Dinosaurierpfad ohne Umwege zu finden und weitere Bereiche des Naturparks anzusehen.
Zur heißesten Tageszeit würden wir uns einen Strand oder eine Bucht suchen und dort mehrere Stunden baden und entspannen. Badeschuhe, Sonnenschirm, Getränke und etwas zu essen kämen auf jeden Fall mit. Später am Nachmittag oder frühen Abend könnten wir dann noch den Bauernhof oder die Safari Bar besuchen.
So würde aus unserem etwas hektischen Nachmittagsausflug ein vollständiger Tag, bei dem sich auch der Eintritt für das Auto eher lohnt.
Unser Fazit: Lohnt sich Kap Kamenjak mit Kindern?
Ja – aber aus unserer Sicht vor allem dann, wenn man sich ausreichend Zeit nimmt und den Besuch ein wenig vorbereitet. Wir haben nur einen kleinen Teil des Naturschutzgebiets gesehen und trotzdem einen abenteuerlichen Nachmittag erlebt. Die Kinder waren glücklich, die Aussicht war wunderschön und unser ungeplanter Kletterweg wird uns vermutlich länger in Erinnerung bleiben als ein völlig reibungsloser Spaziergang.
Enttäuscht waren wir von den schwer erkennbaren Dinosaurierspuren und der für uns nicht eindeutigen Beschilderung. Auch 30 Euro für die Einfahrt sind viel, wenn man erst spät ankommt und nur wenige Stunden bleibt.
Trotzdem möchten wir wiederkommen. Beim nächsten Mal nehmen wir uns einen ganzen Tag Zeit, packen unsere Badesachen ein, schauen gleich am Eingang auf die Karte und verbinden den Dinosaurierpfad mit einem Strand, dem Bauernhof und möglichst auch der Safari Bar. Kap Kamenjak war für uns also kein perfekter Ausflug – aber einer, der neugierig auf mehr gemacht hat.