Pula mit Kindern an einem Tag –

Amphitheater, Zerostrasse, Kastell & Bootsfahrt

Unser erster richtiger Urlaubstag in Kroatien begann nicht mit strahlendem Sonnenschein. Schon am Morgen war klar, dass das Wetter an diesem Tag nicht besonders schön werden sollte. Während andere vielleicht enttäuscht gewesen wären, sah ich darin sofort die perfekte Gelegenheit, Pula mit den Kindern zu erkunden.

Denn so sehr wir das Meer lieben: Drei Wochen lang ausschließlich am Strand zu liegen, wäre nichts für mich. Ich möchte im Urlaub auch etwas von den Städten sehen, durch alte Gassen laufen und Orte entdecken, die es zu Hause eben nicht gibt. Unsere Kinder wissen inzwischen, dass unsere Reisen deshalb nie reine Badeurlaube sind. Sonst könnten wir schließlich auch zu Hause bleiben und jeden Tag ins gleiche Schwimmbad fahren.

Aus einem zunächst recht locker geplanten Stadtbummel wurde ein großartiger Tag mit dem Amphitheater, der Altstadt, dem Kastell, den unterirdischen Gängen der Zerostrasse und einer ganz spontanen privaten Bootsfahrt. Nur unsere Parkplatzplanung hätte deutlich besser sein können – denn am Ende wartete ein Strafzettel über 75 Euro auf uns.

 

Unser erster Ausflug nach Pula mit vier Kindern

Pula besuchten wir bereits am Tag nach unserer Anreise. Nach der langen Fahrt am Vortag kam uns das kühlere, eher unbeständige Wetter für einen Stadtspaziergang sehr gelegen. Es war nicht zu heiß, sodass wir auch mit vier Kindern gut zu Fuß unterwegs sein konnten.

Einen ganz genauen Tagesplan hatten wir nicht. Wir wussten, dass wir das berühmte Amphitheater sehen wollten. Alles Weitere sollte sich spontan ergeben. Genau solche Tage mag ich im Urlaub besonders gern: Man startet mit einer groben Idee und entdeckt unterwegs viel mehr, als man ursprünglich erwartet hatte.

 

Parken direkt am Amphitheater – praktisch, aber mit teurem Ende

Wir fanden einen Parkplatz direkt neben dem Amphitheater. Für den Beginn unseres Ausflugs hätte die Lage kaum besser sein können. Weniger gut funktionierte allerdings das Bezahlen des Parktickets, denn das lief über eine App und war für uns nicht gerade selbsterklärend.

Schließlich lösten wir ein Ticket für drei Stunden. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, dass diese Zeit locker reichen würde. Schließlich wollten wir ein paar Bilder vom Amphitheater machen, etwas durch die Stadt laufen und uns vielleicht noch das Kastell ansehen.

Wie sehr wir uns damit verschätzt hatten, merkten wir erst später. Unser Ausflug dauerte deutlich länger als drei Stunden. Das Ticket ließ sich für uns unterwegs nicht einfach online verlängern. Als wir schließlich zum Auto zurückkehrten, wartete dort ein Strafzettel über 75 Euro auf uns.

Das war ohne Frage der ärgerlichste Teil des Tages. Beim nächsten Besuch würde ich sofort ein Tagesticket lösen – selbst dann, wenn wir zunächst nur einen kurzen Aufenthalt planen. In Pula entdeckt man so schnell noch eine Gasse, eine Sehenswürdigkeit oder eine spontane Unternehmung, dass aus drei geplanten Stunden leicht ein ganzer Tag wird.

 

Das Amphitheater von Pula mit Kindern

Unser erster Weg führte uns zum Amphitheater von Pula. Schon von außen ist das Bauwerk beeindruckend. Wir machten dort Bilder und ließen die Größe und die besondere Atmosphäre erst einmal auf uns wirken.

An diesem Tag sahen wir uns das Amphitheater nur von außen an. Trotzdem war es ein toller Einstieg in unseren Ausflug. Gerade wenn Kinder antike Bauwerke bisher hauptsächlich aus Büchern, Filmen oder dem Unterricht kennen, ist es etwas völlig anderes, plötzlich direkt vor solch gewaltigen alten Mauern zu stehen.

Wer Pula mit Kindern besucht, muss also nicht zwingend jede Sehenswürdigkeit ausführlich von innen besichtigen, damit sich der Ausflug lohnt. Manchmal reicht zunächst der Blick von außen – besonders dann, wenn der Tag noch viele andere Überraschungen bereithält.

 

Vom Amphitheater durch den Hafen und die Altstadt

Nachdem wir unsere Bilder gemacht hatten, überlegten wir, wohin wir als Nächstes gehen wollten. Wir sahen uns zunächst den Hafen an und liefen anschließend durch die Altstadt.

Ich mag es, im Urlaub nicht nur gezielt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu laufen. Gerade die Wege dazwischen gehören für mich dazu. In der Altstadt konnten wir die Umgebung auf uns wirken lassen, durch die Straßen schlendern und spontan entscheiden, wo es weitergehen sollte.

Natürlich meldete sich irgendwann auch der Hunger. Wir aßen in der Altstadt und machten damit eine Pause vom Laufen. Mit vier Kindern ist es ohnehin entspannter, nicht jede Minute des Tages zu verplanen. Eine Mahlzeit zwischendurch gibt allen neue Energie – und danach kann man meist deutlich friedlicher weiter auf Entdeckungstour gehen.

 

Das Kastell von Pula: unser kulturelles Highlight

Jan wollte unbedingt zum Kastell. Diese Entscheidung war genau richtig, denn für mich gehört es zu den schönsten Orten, die wir an diesem Tag gesehen haben.

Schon die alten Mauern und die gesamte Atmosphäre sind einen Besuch wert. Besonders beeindruckt hat uns aber, dass es von dort aus tief unter die Erde geht. Zwei Etagen liefen wir zwischen den alten Mauern hinab. Das Gefühl, so weit unter der Stadt durch diese historischen Gänge zu gehen, war wirklich außergewöhnlich.

Ein bisschen unheimlich war es natürlich auch. Alte Steinwände, unterirdische Wege und das Wissen, dass über einem die Stadt liegt, erzeugen eine ganz eigene Stimmung. Gleichzeitig war genau das für uns so spannend. Es war kein trockenes Museumserlebnis, bei dem die Kinder nur still vor Vitrinen stehen sollten, sondern ein Ort, den wir wirklich gemeinsam erkunden konnten.

Auch das dort entstandene Museum fanden wir sehr interessant. Geschichte wird für Kinder viel greifbarer, wenn sie nicht nur Texte lesen, sondern sich tatsächlich durch alte Mauern und Gänge bewegen können.

Für den Eintritt in das Kastell zahlten wir als sechsköpfige Familie insgesamt nur 17 Euro. Gemessen daran, wie viel wir dort sehen und erleben konnten, empfand ich das als ausgesprochen günstig.

 

Die Zerostrasse unter Pula

Direkt unter dem Kastell befindet sich die Zerostrasse. Sie ist per Aufzug erreichbar, sodass sich das Kastell und die unterirdischen Gänge sehr gut miteinander verbinden lassen.

Die Zerostrasse war für uns einer der eindrucksvollsten Teile des gesamten Tages. Tief unter der Erde zwischen den alten Mauern entlangzulaufen, fühlte sich abenteuerlich, ein wenig geheimnisvoll und stellenweise auch leicht unheimlich an.

Gerade für Kinder kann solch ein unterirdischer Gang viel spannender sein als eine klassische Stadtführung. Man entdeckt selbst, schaut in die verschiedenen Wege hinein und spürt sofort, dass dieser Ort eine besondere Geschichte hat.

Unsere Kinder fanden das Erlebnis toll. Wer allerdings ein Kind hat, das sich in dunkleren oder engen unterirdischen Räumen schnell fürchtet, sollte es vorher darauf vorbereiten. Bei uns überwog eindeutig die Neugier.

 

Eine spontane private Bootsfahrt im Hafen von Pula

Nach dem Essen und unserem Stadtbesuch machten wir noch einmal einen Abstecher zum Hafen. Dort ergab sich spontan eine Unternehmung, die ursprünglich überhaupt nicht geplant gewesen war: Wir mieteten ein kleines Boot mit Kapitän – nur für uns sechs.

Leider hatten wir keine Badesachen dabei. Schließlich war dies als Stadt- und nicht als Strandtag geplant gewesen. Deshalb konnten wir nicht vom Boot ins Meer springen oder einen Badestopp einlegen.

Enttäuscht waren wir trotzdem nicht. Allein die Fahrt war ein Erlebnis. Wir sahen vom Wasser aus wunderschöne Strände, fuhren hinaus in Richtung offenes Meer und lernten die Küste noch einmal aus einer völlig anderen Perspektive kennen.

Das größte Highlight für die Kinder war, dass sie das Boot abwechselnd selbst steuern durften. Natürlich war der Kapitän dabei, aber für sie fühlte es sich trotzdem nach einem echten Abenteuer an. Solche unerwarteten Erlebnisse bleiben am Ende oft stärker in Erinnerung als Programmpunkte, die man Wochen vorher bis ins kleinste Detail geplant hat.

Weil es an diesem Tag nicht besonders warm war, fehlten uns die Badesachen nicht ganz so sehr. Beim nächsten Ausflug würde ich sie trotzdem vorsichtshalber im Auto lassen. In einer Küstenstadt kann sich schließlich immer spontan eine Bootsfahrt, ein Strandbesuch oder eine andere Gelegenheit zum Baden ergeben.

 

Pula bei bewölktem Wetter – für uns die richtige Entscheidung

Für einen Stadtbesuch war das kühlere Wetter ideal. Bei großer Sommerhitze wären die Wege durch Pula und hinauf zum Kastell mit vier Kindern vermutlich deutlich anstrengender gewesen.

An diesem Tag kam das Wasser zwar wesentlich zu kurz, aber das störte uns nicht. Ein Familienurlaub in Kroatien muss für uns nicht aus lauter identischen Strandtagen bestehen. Gerade die Abwechslung macht ihn besonders: an einem Tag im Meer schwimmen, am nächsten durch eine alte Stadt laufen, unterirdische Gänge entdecken und plötzlich selbst ein kleines Boot steuern.

Unsere Kinder kennen diese Mischung inzwischen. Natürlich würden sie vermutlich selten von selbst vorschlagen, statt an den Strand in ein Museum zu gehen. Wenn es dort aber etwas zu entdecken gibt und der Tag nicht nur aus stillen Besichtigungen besteht, haben sie genauso viel Freude daran wie wir.

 

Was uns an unserem Tag in Pula besonders gefallen hat

- das beeindruckende Amphitheater direkt zu Beginn

- der Spaziergang durch Hafen und Altstadt

- das wunderschöne Kastell mit seinen alten Mauern

- die unterirdischen Gänge der Zerostrasse

- der günstige Familieneintritt von insgesamt 17 Euro für das Kastell

- das angenehm kühle Wetter für einen Stadtbesuch

- die spontane private Bootsfahrt

- dass alle vier Kinder das Boot einmal steuern durften

Was weniger gut lief

- das umständliche Lösen des Parktickets über die App

- unser viel zu knapp bemessenes Drei-Stunden-Ticket

- dass wir das Parkticket unterwegs nicht einfach verlängern konnten

- der Strafzettel über 75 Euro

- die fehlenden Badesachen bei der spontanen Bootsfahrt

Trotzdem hat keiner dieser Punkte den Tag ruiniert. Selbst der Strafzettel war am Ende vor allem eine ziemlich teure Urlaubserfahrung, aus der wir für den nächsten Besuch gelernt haben.

 

Unsere Tipps für Pula mit Kindern

Plant lieber einen ganzen Tag ein. Auch wenn ihr zunächst nur das Amphitheater oder das Kastell besuchen möchtet, gibt es unterwegs schnell mehr zu entdecken.

Kauft ein ausreichend langes Parkticket. Unser Drei-Stunden-Ticket reichte nicht annähernd. Ein Tagesticket wäre deutlich günstiger gewesen als der anschließende Strafzettel.

Informiert euch vorher über die Park-App. Wenn das Bezahlen nur digital möglich ist, spart eine bereits installierte und eingerichtete App vor Ort Zeit und Nerven.

Besucht Kastell und Zerostrasse gemeinsam. Beide Orte liegen direkt beieinander und lassen sich sehr gut zu einem abwechslungsreichen Programmpunkt verbinden.

Nutzt einen bewölkten oder kühleren Urlaubstag. Bei großer Hitze können Altstadt, Kastell und die Wege mit Kindern schnell anstrengend werden.

Nehmt trotzdem Badesachen mit. In Pula liegt das Meer immer nah und vielleicht ergibt sich so spontan wie bei uns eine Bootsfahrt oder ein Badestopp.

Lasst etwas Platz für spontane Erlebnisse. Unsere private Bootsfahrt war nicht geplant und wurde trotzdem zu einem der schönsten Teile des Tages.

Wählt bei Bedarf nur einzelne Sehenswürdigkeiten aus. Familien müssen nicht jede Attraktion vollständig besichtigen. Wir sahen das Amphitheater nur von außen und hatten trotzdem einen rundum gelungenen Tag.

 

Lohnt sich Pula mit Kindern?

Für uns ganz klar: ja. Pula bietet genug Abwechslung, damit ein Stadtbesuch auch mit vier Kindern nicht langweilig wird. Alte Mauern, unterirdische Gänge, der Hafen und eine Bootsfahrt sind deutlich spannender als ein reiner Spaziergang durch Einkaufsstraßen.

Besonders das Kastell und die Zerostrasse würden wir Familien empfehlen. Der Eintritt war für uns überraschend günstig und die Verbindung aus Museum, historischen Mauern und unterirdischem Abenteuer funktionierte auch für die Kinder sehr gut.

Das Amphitheater gehört bei einem ersten Besuch natürlich ebenfalls dazu – selbst wenn man es wie wir zunächst nur von außen betrachtet.

 

Unser Fazit zu Pula mit vier Kindern

Unser erster richtiger Urlaubstag verlief ganz anders als ein klassischer Tag am Meer und war gerade deshalb großartig. Wir fotografierten das Amphitheater, schlenderten durch die Altstadt, erkundeten das Kastell und die Zerostrasse, aßen gemeinsam und fuhren am Ende ganz spontan mit einem privaten Boot hinaus aufs Meer.

Der Strafzettel über 75 Euro war unnötig und ärgerlich. Beim nächsten Mal kaufen wir direkt ein Tagesticket, denn in Pula dauert ein Ausflug offenbar immer länger, als wir vorher denken. Es gibt einfach zu viele Dinge, die man spontan noch sehen oder erleben möchte.

Auch die Badesachen würden wir künftig vorsichtshalber mitnehmen. Dann könnten wir bei einer weiteren Bootsfahrt vielleicht zusätzlich ins Meer springen. Wiederkommen möchten wir auf jeden Fall, denn nach diesem einen Tag haben wir längst noch nicht alles von Pula gesehen.
 

©copyright 2025 Christiane Sagorski

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