Private Speedboottour in Medulin mit Kindern
– Schnorcheln zwischen Tausenden Fischen
Mit einem Speedboot über das Meer zu rasen, eine kleine unbewohnte Insel zu erkunden und anschließend zwischen Tausenden Fischen zu schnorcheln, stand vor unserem Kroatienurlaub eigentlich gar nicht fest auf dem Programm. Wir buchten die Tour spontan am Hafen von Medulin – und gerade deshalb wurde sie zu einem der schönsten Erlebnisse für unsere vier Kinder.
Ursprünglich handelte es sich um eine dreistündige Panoramatour mit mehreren Badestopps und einer Fahrt rund um verschiedene Inseln. Da wir das Boot jedoch ganz für uns allein hatten, konnte der Kapitän die Route an unseren Wunsch anpassen. Wir wollten unbedingt zu einer kleinen unbewohnten Insel, auf der Dinosaurierfußabdrücke zu finden sein sollen.
Ob Jan und die Kinder dort tatsächlich welche entdeckt haben, bleibt bis heute fraglich. Das Schnorcheln danach war dagegen ganz eindeutig ein Volltreffer.
Unsere private Speedboottour ab Medulin im Überblick
Wir buchten die Tour spontan vor Ort am Hafen von Medulin. Für drei Stunden zahlten wir als sechsköpfige Familie insgesamt 250 Euro. Auf dem Boot waren nur wir sechs und der Kapitän.
Gebucht hatten wir eine Panoramatour, die normalerweise mehrere Stopps zum Baden sowie eine Führung rund um verschiedene Inseln vorsah. Der Kapitän wusste allerdings schon vor der Abfahrt, dass wir vor allem die kleine Insel mit den möglichen Dinosaurierspuren besuchen wollten. Deshalb passte er den Ablauf an unsere Wünsche an.
Genau darin lag für uns der größte Vorteil einer privaten Bootstour: Wir mussten keinem festen Gruppenprogramm folgen, sondern konnten besprechen, was uns besonders wichtig war.
Im Preis von 250 Euro enthalten waren die dreistündige Fahrt und natürlich der Kapitän. Unsere Schnorchelmasken und Schnorchel hatten wir selbst dabei. Wer keine eigene Ausrüstung besitzt, sollte deshalb vor der Buchung unbedingt nachfragen, ob Masken, Schnorchel und Schwimmwesten gestellt werden oder selbst mitgebracht werden müssen.
Mit dem Speedboot über das Meer
Schon die Fahrt war ein Erlebnis für sich. Ein kleines Speedboot bewegt sich ganz anders als ein großes Ausflugsschiff. Sobald es schneller wird, fühlt es sich an, als würde das Boot über die Wellen fliegen.
Unsere Kinder fanden genau das großartig. Sie haben keine Angst vor Wasser und fühlen sich auf und im Meer grundsätzlich wohl. Trotzdem ist eine solche Fahrt nicht für jede Familie automatisch die richtige Wahl. Das Boot erreicht eine hohe Geschwindigkeit, man spürt die Wellen deutlich und das gesamte Erlebnis ist unmittelbarer als auf einem großen Ausflugsschiff.
Wer auf dem Wasser schnell unsicher oder seekrank wird, sollte sich vor der Buchung gut überlegen, ob eine rasante Speedboottour wirklich Freude macht. Auch Kinder sollten wissen, was sie erwartet. Für uns gehörte die schnelle Fahrt eindeutig zu den Höhepunkten des Ausflugs.
Eine unbewohnte Insel und die Suche nach Dinosaurierspuren
Unser erster Wunschstopp war eine kleine unbewohnte Insel. Wie sie hieß, weiß ich leider nicht mehr. Wir hatten gehört, dass dort Dinosaurierfußabdrücke zu sehen sein sollen, und wollten diese natürlich unbedingt entdecken.
Jan und die Kinder machten sich auf die Suche. Ob sie tatsächlich echte Spuren fanden oder ob bei der Betrachtung ein wenig Fantasie im Spiel war, können wir bis heute nicht eindeutig beantworten. Nach unseren Erfahrungen am Kap Kamenjak wissen wir inzwischen ohnehin, dass Dinosaurierspuren im Gestein für Laien nicht immer so deutlich zu erkennen sind, wie man es sich vorstellt.
Trotzdem war der Inselstopp spannend. Allein mit dem Speedboot an einer kleinen unbewohnten Insel anzulegen, fühlt sich für Kinder schon wie ein eigenes Abenteuer an. Die Suche war deshalb auch dann nicht umsonst, wenn wir am Ende kein wissenschaftlich bestätigtes Dinosauriersiegel mit nach Hause nehmen konnten.
Schnorcheln zwischen Tausenden Fischen
Nach dem Inselbesuch fuhr unser Kapitän mit uns zu einer Stelle, an der wir schnorcheln konnten. Dieser Badestopp wurde zum eigentlichen Höhepunkt der Tour.
Die Kinder schwammen zwischen Tausenden Fischen. Sie konnten die Tiere im Wasser füttern, ganz nah beobachten und teilweise sogar berühren. Das Meer war so klar, dass wir weit durch das Wasser schauen konnten. Gerade für Kinder ist das ein völlig anderes Gefühl als das Schwimmen in einem See, in dem man häufig kaum erkennen kann, was sich unter einem befindet.
Alle vier waren begeistert. Statt Fische nur von einem Boot aus oder hinter einer Aquariumscheibe zu betrachten, befanden sie sich plötzlich mitten in ihrem Lebensraum. Überall bewegte es sich im Wasser, und mit jeder kleinen Futtergabe kamen noch mehr Tiere heran.
Für uns war dieser Moment viel eindrucksvoller als ein Badestopp an irgendeiner beliebigen Bucht. Er machte die private Speedboottour zu einem Erlebnis, von dem die Kinder noch lange erzählten.
Speedboottour mit Nichtschwimmern und unsicheren Schwimmern
Bei vier Kindern unterscheiden sich Alter, Schwimmerfahrung und Sicherheitsbedürfnis natürlich deutlich. Ciara und Ben sind gute Schwimmer. Ben war bei früheren Urlauben noch etwas vorsichtiger gewesen, hatte vor dieser Reise aber ein weiteres Jahr Schwimmunterricht in der Schule. Dadurch fühlte er sich in diesem Urlaub wesentlich sicherer im Wasser.
Max hatte sein Seepferdchen erst kurz vor dem Urlaub gemacht. Er konnte zwar schwimmen, verfügte aber noch über wenig Praxis im tiefen Wasser und kaum Erfahrung im Meer. Deshalb trug er dort weiterhin seinen Schwimmgürtel.
Clea trägt grundsätzlich eine Schwimmweste, wenn wir im Meer schwimmen oder mit einem Boot unterwegs sind. Das gilt unabhängig davon, wie klar oder ruhig das Wasser gerade aussieht.
Mit passenden Schwimmhilfen hatten wir bei der Tour keine Bedenken. Das klare Meer war für die Kinder zusätzlich beruhigend, weil sie weit sehen konnten. Trotzdem ersetzen Schwimmweste oder Schwimmgürtel niemals die direkte Aufsicht. Auf einem Boot und im offenen Meer müssen Erwachsene immer aufmerksam bleiben und nah bei den Kindern sein.
Eine allgemeine Altersgrenze wurde uns bei der Buchung nicht genannt. Ob eine Speedboottour für ein jüngeres Kind geeignet ist, hängt meiner Meinung nach weniger von einer einzelnen Zahl als vom Kind, seiner Wassergewöhnung, der passenden Sicherung und dem genauen Ablauf der Tour ab. Vor der Buchung würde ich mit dem Anbieter besprechen, wie schnell gefahren wird, wo gebadet wird und welche Sicherheitsausrüstung an Bord vorhanden ist.
Warum die private Tour für uns so gut funktionierte
Bei einer normalen Gruppentour gibt es feste Abfahrtszeiten, vorgegebene Stopps und einen Ablauf, der für alle Gäste passen muss. Das kann sehr angenehm sein, besonders wenn Essen und Getränke enthalten sind und man sich um nichts kümmern möchte.
Mit vier Kindern hat eine private Tour jedoch einen ganz eigenen Vorteil: Der Kapitän kann stärker auf die Familie eingehen. Bei uns wusste er schon vorher, dass die Insel mit den Dinosaurierspuren Priorität hatte. Dadurch wurde aus der üblichen Panoramatour unser persönlicher Ausflug.
Wir mussten außerdem keine guten Sitzplätze erkämpfen, nicht darauf achten, dass alle sechs Familienmitglieder auf einem großen Schiff zusammensitzen, und konnten die Stopps in kleiner Runde erleben. Gerade beim Schnorcheln war das besonders schön. Die Kinder mussten nicht zwischen vielen anderen Ausflugsgästen ins Wasser, sondern konnten sich ganz auf die Fische konzentrieren.
250 Euro für drei Stunden sind natürlich viel Geld. Für uns stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis trotzdem, weil wir das komplette Boot für uns hatten und die Tour an unsere Wünsche angepasst wurde. Eine vergleichbare Gruppentour kann für sechs Personen ebenfalls schnell einen hohen Gesamtpreis erreichen, bietet aber deutlich weniger Flexibilität.
Der Bootsführerschein als überraschendes Gesprächsthema
Während der Tour erzählte uns der Kapitän, dass man den Führerschein für ein solches Boot vor Ort angeblich in weniger als drei Stunden und für unter 200 Euro erwerben könne. Laut seiner Aussage sei dieser anschließend in der gesamten Küstenregion der Adria gültig.
Das klang für Jan natürlich interessant. Ob er im nächsten Jahr tatsächlich selbst einen Bootsführerschein macht, wissen wir noch nicht.
Bevor man eine solche Entscheidung trifft, sollte man sich jedoch unbedingt selbst bei den zuständigen kroatischen Stellen über Voraussetzungen, Gültigkeit, Prüfungsumfang und Versicherungsfragen informieren. Ein kurzes Gespräch während einer Urlaubstour ersetzt keine verbindliche Auskunft. Außerdem ist ein Führerschein allein nicht dasselbe wie praktische Erfahrung auf dem Meer. Wetter, Wind, Wellen und das sichere Anlegen mit Kindern an Bord sollte man keinesfalls unterschätzen.
Was Familien vor einer Speedboottour wissen sollten
Eine private Route vorher absprechen
Wenn ihr ein bestimmtes Ziel besuchen möchtet, sagt das bereits bei der Buchung. Unser Kapitän wusste vorab von unserem Wunsch und konnte die Panoramatour entsprechend verändern.
Schnorchelausrüstung nicht einfach voraussetzen
Wir hatten Masken und Schnorchel selbst dabei. Fragt vorher, was der Anbieter stellt und was ihr mitbringen müsst. Das gilt auch für Schwimmwesten in passenden Kindergrößen.
Schwimmhilfen passend zum Kind wählen
Ein frisch erworbenes Seepferdchen bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind im tiefen Meer bereits sicher ist. Max trug deshalb weiterhin seinen Schwimmgürtel, Clea ihre Schwimmweste. Sicherheit war uns wichtiger als falscher Ehrgeiz.
Kinder immer direkt beaufsichtigen
Auch bei klarem Wasser und vorhandenen Schwimmhilfen bleiben Kinder im offenen Meer in unmittelbarer Begleitung eines Erwachsenen.
An Sonnen- und Windschutz denken
Auf dem Meer ist die Sonne intensiv, während der Fahrt kommt starker Wind hinzu. Sonnencreme, Kopfbedeckungen und je nach Tageszeit eine dünne Jacke gehören für uns deshalb auf jede Bootstour.
Nur buchen, wenn ihr euch auf dem Wasser wohlfühlt
Ein Speedboot fährt wirklich schnell. Wer Angst vor hoher Geschwindigkeit, Wellen oder offenem Wasser hat, wird die Tour wahrscheinlich weniger genießen. Bei starker Neigung zu Seekrankheit wäre ein größeres und ruhigeres Schiff möglicherweise die bessere Wahl.
Getränke und Verpflegung vorher klären
Bei einer dreistündigen privaten Tour sollte man wissen, ob Getränke enthalten sind oder selbst mitgebracht werden müssen. Mit vier Kindern packen wir lieber vorsichtshalber ausreichend Wasser ein.
Für welches Alter eignet sich eine Speedboottour?
Wir bekamen keine feste Altersvorgabe. Deshalb würde ich eine Empfehlung nicht allein am Alter festmachen. Entscheidend sind aus meiner Sicht mehrere Punkte:
Fühlt sich das Kind auf einem Boot wohl?
Hat es Angst vor hoher Geschwindigkeit oder Wellen?
Kann es schwimmen oder steht eine passende Schwimmweste zur Verfügung?
Kann es während der Fahrt sicher sitzen und Anweisungen befolgen?
Sind die Erwachsenen selbst sicher genug, um die Kinder ruhig zu begleiten?
Passt das Wetter zu einer Tour mit jüngeren Kindern?
Unsere Kinder lieben Wasser und hatten keinerlei Angst. Dadurch war die Tour für uns entspannt. Bei einem sehr ängstlichen Kind oder einem Kind, das Boote noch gar nicht kennt, würde ich vielleicht zunächst eine langsamere, kürzere Fahrt ausprobieren.
Private Speedboottour oder großes Ausflugsschiff?
Beides hat seine Vorteile. Auf einem großen Ausflugsschiff gibt es häufig Toiletten, Essen, Getränke, Schattenplätze und mehr Bewegungsfreiheit. Dafür teilt man sich das Schiff mit vielen anderen Gästen und folgt einem festen Programm.
Das Speedboot war kleiner, schneller und deutlich unmittelbarer. Wir waren unter uns, konnten unsere Wunschroute absprechen und erlebten das Schnorcheln ohne große Gruppe. Dafür muss man sich auf dem Wasser sicher fühlen und vorher genauer klären, welche Ausstattung vorhanden ist.
Für uns war die private Tour an diesem Tag die bessere Wahl. Besonders als sechsköpfige Familie empfanden wir es als angenehm, einmal nicht sechs Plätze in einer Gruppe organisieren zu müssen.
Würden wir die private Speedboottour wieder buchen?
Ja, jederzeit. Wenn Jan bis zum nächsten Kroatienurlaub keinen eigenen Bootsführerschein macht, würden wir wieder eine private Tour mit Kapitän buchen.
Dabei müsste es nicht einmal exakt dieselbe Route sein. Gerade rund um Medulin gibt es noch viele Inseln, Buchten und Schnorchelstellen, die wir nicht kennen. Der große Reiz einer privaten Tour liegt für uns darin, gemeinsam mit einem ortskundigen Kapitän einen Ausflug zusammenzustellen, der zu unserer Familie passt.
Die unbewohnte Insel war spannend und die Fahrt mit dem Speedboot aufregend. Der Moment, in dem unsere Kinder zwischen Tausenden Fischen schwammen, war jedoch das Erlebnis, das diese Tour für uns unvergesslich machte.
Unser ehrliches Fazit
Unsere private Speedboottour ab Medulin war spontan, teuer und jeden Euro wert. Für 250 Euro bekamen wir drei Stunden lang ein Boot nur für uns, einen Kapitän, der auf unseren besonderen Wunsch einging, eine kleine Insel mit möglicherweise vorhandenen Dinosaurierspuren und ein Schnorchelerlebnis, das unsere Kinder begeistert hat.
Nicht jede Familie wird sich auf einem schnellen, kleinen Boot wohlfühlen. Wer leicht seekrank wird, Angst vor offenem Wasser hat oder eine gemütliche Fahrt mit viel Platz und Rundumversorgung sucht, ist auf einem größeren Ausflugsschiff wahrscheinlich besser aufgehoben.
Für wasserbegeisterte Familien, die ein wenig Abenteuer mögen und ihre Route gern individuell gestalten möchten, kann eine private Speedboottour dagegen ein echtes Urlaubshighlight sein. Achtet auf passende Schwimmhilfen, klärt die Ausrüstung vorher ab und besprecht eure Wunschstopps direkt mit dem Kapitän.
Und falls die Dinosaurierspuren am Ende nicht eindeutig zu erkennen sind: Zwischen Tausenden Fischen zu schwimmen, ist ohnehin schwer zu übertreffen.