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Regenwochenende mit Kindern: 15 schöne Ideen, die kaum Vorbereitung brauchen
Der Blick aus dem Fenster sagt eigentlich schon alles: grauer Himmel, nasse Straßen und Regen, der offenbar noch eine Weile bleiben möchte. Der geplante Ausflug fällt aus, und irgendwann kommt aus dem Kinderzimmer die Frage: „Mama, was machen wir heute?“
Ein Wochenende zu Hause kann richtig gemütlich sein. Es kann sich aber auch ganz schön ziehen, wenn die Kinder unterschiedliche Wünsche haben, die Stimmung langsam kippt und einem selbst gerade keine Beschäftigung einfällt.
Deshalb findest du hier 15 einfache Ideen für ein Regenwochenende mit Kindern. Du brauchst dafür überwiegend Dinge, die ohnehin zu Hause sind. Such euch ein oder zwei Anregungen aus, auf die ihr Lust habt – der Rest darf auf den nächsten Regentag warten.

Ein Picknick mitten im
Wohnzimmer
Eine Decke auf dem Boden, ein paar Kissen und etwas zu essen: Mehr braucht ein Wohnzimmerpicknick eigentlich nicht.
Ihr könnt dafür einfach euer normales Mittagessen oder den Nachmittagssnack nehmen. Brot, Obst und Gemüsestücke schmecken auf einer Picknickdecke plötzlich ein bisschen anders als am Küchentisch.
Die Kinder dürfen den Platz vorbereiten und überlegen, wohin eure Fantasiereise geht. Sitzt ihr auf einer Waldlichtung? Am Strand? Oder macht ihr Rast vor einer geheimnisvollen Burgruine?
Wenn du keine Lust auf Krümel im Wohnzimmer hast, funktioniert die Idee auch auf dem Küchenboden.

Ein Familiencafé eröffnen
Heute wird aus der Küche ein Café. Die Kinder überlegen sich einen Namen, gestalten eine kleine Speisekarte und decken den Tisch.
Auf der Karte darf stehen, was ohnehin da ist: Kakao, Tee, Wasser, Butterbrot, Apfelstücke oder Kekse. Dafür musst du nichts Besonderes einkaufen.
Ein Kind nimmt die Bestellung auf, ein anderes richtet die Teller an. Danach könnt ihr die Rollen tauschen.
Ältere Kinder können Preise dazuschreiben und mit Spielgeld rechnen. Jüngere malen die angebotenen Speisen auf. Heiße Getränke übernimmt ein Erwachsener.
Und vielleicht darfst du zwischendurch tatsächlich einmal als Gast sitzen bleiben.

Aus Alltagsmaterialien etwas Neues bauen
Bevor du Bastelmaterial bestellst, lohnt sich ein Blick in die Papierkiste.
Aus sauberen Verpackungen, Klorollen und Kartons können entstehen:
• Eine Garage für Spielzeugautos.
• Ein kleines Puppenhaus.
• Ein Roboter.
• Eine Murmelbahn.
• Eine Stadt mit Straßen und Häusern.
Leg eine überschaubare Auswahl auf den Tisch und lass die Kinder überlegen, was sie daraus machen möchten.
Nicht jedes Kind braucht eine Vorlage. Manchmal reicht die Frage: „Was könnte aus diesem Karton werden?“
Auf meinem Bastelblog findest du weitere Ideen zum Basteln mit Alltagsmaterialien und für kreative Regentage.

Einen Bewegungsparcours aufbauen
Wenn Kinder lange drinnen sind, brauchen sie irgendwann Platz für Bewegung.
Mit Kissen, einer Decke und etwas freier Bodenfläche könnt ihr einen einfachen Parcours gestalten: um ein Kissen herumlaufen, über eine Linie steigen, auf einem Bein stehen und unter einem Tisch hindurchkrabbeln.
Eine Geschichte macht die Strecke noch spannender. Vielleicht müsst ihr durch einen Dschungel, an einem schlafenden Drachen vorbei und über einen Fluss.
Räumt vorher Stolperfallen und zerbrechliche Dinge weg. Nutzt eine rutschfeste Fläche und lasst Sprünge von Möbeln aus.
Die Kinder können sich gegenseitig neue Aufgaben ausdenken. Dabei darf jedes Kind die Schwierigkeit anpassen.

Eine Ausstellung zu Hause
eröffnen
Jedes Kind gestaltet etwas, das es später zeigen möchte: ein Bild, eine Figur aus Bausteinen, ein kleines Bastelwerk oder eine Zeichnung zu eurer erfundenen Geschichte.
Danach richtet ihr eine Ausstellung ein. Auf dem Tisch, der Fensterbank oder einem freien Regal bekommen die Werke ihren Platz.
Wer mag, schreibt ein kleines Schild dazu: Wie heißt das Werk? Was ist darauf zu sehen?
Anschließend führt jedes Kind die Familie durch seinen Teil der Ausstellung. Dabei könnt ihr Fragen stellen und euch die Ideen erklären lassen.
Es braucht keine Bewertung und keinen Gewinner. Schön ist gerade, wie unterschiedlich die Ergebnisse werden.

Einen Regentag-Spaziergang machen
Wenn es nur leicht regnet und kein Gewitter oder Sturm aufzieht, kann eine kleine Runde draußen guttun.
Mit Regenjacke und passenden Schuhen wird daraus eine Pfützentour. Ihr könnt beobachten, wo das Wasser entlangfließt, Regentropfen an Blättern entdecken oder hören, wie unterschiedlich der Regen auf verschiedenen Oberflächen klingt.
Die Strecke darf kurz sein. Schon eine Runde um den Block kann nach mehreren Stunden drinnen angenehm sein.
Legt vor dem Losgehen trockene Sachen bereit. Zurück zu Hause wartet dann vielleicht eure Höhle oder ein warmer Kakao.

Eine kleine Backrunde starten
Gemeinsam backen passt wunderbar zu einem gemütlichen Nachmittag. Es muss dafür kein kompliziertes Rezept sein.
Vielleicht habt ihr die Zutaten für euren Lieblingskuchen da. Oder ihr macht Waffeln, einfache Muffins oder einen schnellen Teig für kleine Brötchen.
Verteilt konkrete Aufgaben: Zutaten holen, abwiegen, umrühren oder Förmchen bereitstellen. So findet jedes Kind etwas, das es übernehmen kann.
Während alles im Ofen ist, könnt ihr den Tisch decken oder schon einmal ein Spiel aussuchen.
Und wenn du an diesem Wochenende keine Lust aufs Backen hast, können die Kinder auch vorhandene Kekse verzieren oder Obst für euren Nachmittagssnack vorbereiten.

Fotos anschauen und
Erinnerungen erzählen
Sucht gemeinsam ein paar Familienbilder aus: vom letzten Urlaub, einem Geburtstag oder aus der Zeit, als die Kinder noch kleiner waren.
Oft entstehen dabei ganz von selbst Gespräche:
„Weißt du noch, was danach passiert ist?“
„Warum haben wir da so gelacht?“
„Was würdest du gern noch einmal machen?“
Die Kinder dürfen erzählen, woran sie sich erinnern. Vielleicht fallen ihnen ganz andere Dinge ein als dir.
Wenn ihr möchtet, sucht jedes Kind ein Lieblingsbild aus. Daraus könnt ihr später eine kleine Familiencollage gestalten.
Weitere Ideen:
Eine gemütliche Lese- oder Hörspielhöhle bauen
Mit einer Decke über dem Tisch oder zwischen zwei stabilen Stühlen entsteht ein kleiner Rückzugsort. Ein paar Kissen hinein, eine Taschenlampe dazu, und schon ist die Höhle fertig.
Darin könnt ihr gemeinsam lesen, ein Hörspiel hören oder einfach gemütlich liegen.
Bei Kindern unterschiedlichen Alters darf es mehrere kleine Ecken geben. Vielleicht möchte das jüngste Kind ein Bilderbuch anschauen, während die Größeren einer längeren Geschichte zuhören.
Achtet beim Bauen darauf, dass nichts Schweres herunterfallen kann und die Decken nicht über Lampen oder Heizgeräte hängen. LED-Lichter sind eine gemütliche Ergänzung.
Noch fehlt die passende Geschichte für eure gemütliche Höhle? Entdecke meine Kinderkrimis zum gemeinsamen Lesen und Miträtseln oder stöbere in den Hörspielempfehlungen auf meinem Blog.
Gemeinsam einen kleinen Kriminalfall lösen
Ein verregneter Nachmittag ist eine schöne Gelegenheit für eine Detektivrunde.
Setzt euch zusammen, lest einen kleinen Fall und überlegt gemeinsam: Was ist passiert? Welche Aussage klingt seltsam? Welcher Hinweis könnte wichtig sein?
Jüngere Kinder können ihre Vermutungen erzählen, ältere lesen vor oder halten die Hinweise auf einem Zettel fest. Besonders spannend wird es, wenn ihr euch vor der Auflösung auf einen Verdacht einigen müsst.
Wenn eure Kinder gern miträtseln, findet ihr bei meinen Miniherbst-Krimis passende Fälle für eine gemeinsame Rätselrunde.
Auch eine kleine Detektivgeschichte zum Vorlesen kann daraus einen gemütlichen Familienmoment machen.
Eine Schatzsuche durch die Wohnung veranstalten
Verstecke einen kleinen Schatz: ein Buch für die nächste Vorleserunde, eine Nachricht oder eine Dose mit einem gemeinsamen Snack.
Anschließend bereitest du ein paar Hinweise vor. Das müssen keine aufwendigen Rätsel sein. Sätze wie „Hier schlafen nachts deine Kuscheltiere“ oder „Hier stehen unsere Schuhe“ reichen bereits.
Für Kinder, die noch nicht lesen, kannst du die Verstecke zeichnen oder die Hinweise vorlesen.
Die älteren Kinder dürfen danach eine eigene Suche gestalten. Oft macht ihnen das Verstecken und Erfinden mindestens genauso viel Spaß wie das Suchen.
Ein kleines Spieleturnier veranstalten
Sucht zwei oder drei Spiele aus, die nicht zu lange dauern. Kurze Runden helfen dabei, dass auch jüngere Kinder mit Freude dabeibleiben.
Ihr könnt als Teams spielen, die Mannschaften wechseln oder jedes Kind einmal ein Spiel auswählen lassen.
Bei euch führt Gewinnen und Verlieren schnell zu Streit? Dann könnt ihr eine gemeinsame Aufgabe daraus machen: Schafft ihr es, einen bestimmten Turm zu bauen, ein Puzzle fertigzustellen oder zusammen eine Anzahl von Punkten zu erreichen?
Ein Spieleturnier braucht keine aufwendige Auswertung. Eine kleine Liste auf einem Blatt Papier reicht, wenn ihr Ergebnisse festhalten möchtet. Wenn euch die Ideen für passende Spiele fehlen oder ihr euren Spieleschrank ohnehin mal wieder optimieren wollt, schaut gern auf meiner Seite "Unsere liebsten Gesellschaftsspiele" nach passenden Spielen für euch.
Einen Familienfilm besonders gemütlich machen
Ein Filmnachmittag darf auch einmal dazugehören.
Das Besondere kann schon die Vorbereitung sein: Die Kinder malen Eintrittskarten, richten die Sofaplätze her und stellen kleine Snacks bereit.
Einigt euch möglichst vorher auf einen Film. Bei sehr unterschiedlichen Altersgruppen kann es auch sinnvoll sein, dass die Größeren später etwas anderes anschauen.
Handys beiseitelegen, zusammenrücken und gemeinsam lachen – so wird aus dem Film eine verabredete Familienzeit.
Danach könnt ihr noch kurz erzählen, welche Szene euch am besten gefallen hat.
Eine Wunschstunde einführen
Jedes Kind nennt eine Sache, die es gern zusammen machen möchte. Dabei vereinbart ihr einen einfachen Rahmen: Die Idee soll zu Hause möglich sein und keine großen Einkäufe brauchen.
Vielleicht möchte ein Kind Karten spielen, ein anderes bauen und ein drittes einfach in Ruhe mit dir malen.
Ihr könnt die Wünsche sammeln und nacheinander aufgreifen. Bei mehreren Kindern müssen nicht alle Ideen am selben Tag drankommen. Ein Wunsch kann auch für Sonntag oder das nächste Wochenende aufgehoben werden.
Gerade ältere Kinder freuen sich oft darüber, wenn ihre Vorschläge genauso berücksichtigt werden wie die der jüngeren Geschwister.
So funktionieren die Ideen auch mit unterschiedlich alten Kindern
Mit mehreren Kindern ist die Beschäftigung manchmal weniger die Herausforderung als die Frage, wie alle zusammenfinden.
Was für ein sechsjähriges Kind aufregend ist, kann einem Teenager schon zu einfach erscheinen. Gleichzeitig kann ein jüngeres Kind bei komplizierten Regeln schnell die Lust verlieren.
Oft hilft eine gemeinsame Aktivität mit unterschiedlichen Aufgaben. Bei der Schatzsuche lesen die Größeren die Hinweise und die Kleineren entdecken das Versteck. Beim Bauen bekommt jedes Kind einen eigenen Bereich. Im Familiencafé kann ein Kind schreiben, während ein anderes die Speisekarte malt.
Es darf aber auch Phasen geben, in denen jeder etwas für sich macht. Ein gelungenes Familienwochenende besteht nicht nur aus gemeinsamen Programmpunkten.
Und ältere Geschwister müssen nicht automatisch die Unterhaltung der jüngeren übernehmen. Sie dürfen mitmachen, eigene Ideen einbringen oder sich zwischendurch zurückziehen.
Wenn trotzdem jemand „Mir ist langweilig!“ ruft
Auch nach einer schönen Spielrunde kann die nächste Langeweile kommen. Du musst darauf nicht jedes Mal sofort mit einer neuen Idee reagieren.
Vielleicht braucht dein Kind einen kleinen Anstoß: „Möchtest du lieber etwas bauen, dich bewegen oder gemütlich sitzen?“ Eine solche Auswahl ist manchmal leichter als die offene Frage, was es machen möchte.
Danach darfst du auch sagen: „Ich trinke jetzt meinen Kaffee aus. Überleg schon einmal, womit du anfangen möchtest.“
Die Ideen aus diesem Artikel sollen dir den Alltag erleichtern. Sie müssen keinen lückenlosen Stundenplan ergeben.
Ein möglicher Plan für euer Regenwochenende
Wenn du gern einen kleinen Rahmen hast, könntet ihr am Samstagvormittag eine Höhle bauen und eine Geschichte hören. Nach dem Mittagessen geht ihr eine kurze Runde hinaus. Am Nachmittag eröffnet euer Familiencafé, und wer noch Lust hat, spielt anschließend eine Runde mit.
Am Sonntag dürfen die Kinder einen Wunsch auswählen. Vielleicht wird daraus eine Schatzsuche oder ein gemeinsamer Backnachmittag.
Dazwischen bleibt Platz zum Ausruhen, für eigene Spiele und für die Dinge, die du selbst erledigen möchtest.
Was einen Regentag schön machen kann
Vielleicht wird aus eurem Wohnzimmer an diesem Wochenende ein Café. Vielleicht bleibt die Höhle bis Montag stehen. Oder ihr verbringt einfach eine Stunde mit einem Spiel, das schon lange im Schrank liegt.
Es braucht oft nur eine kleine Veränderung, damit sich ein Tag zu Hause besonders anfühlt.
Und manchmal ist der schönste Moment ganz unspektakulär: Alle kommen mit nassen Schuhen vom Spaziergang zurück, ziehen trockene Sachen an und sitzen kurz darauf zusammen bei einem warmen Getränk.