Zurück im Familienalltag: Wie wir nach den Ferien unseren neuen Rhythmus finden

Der erste Montag nach den Sommerferien war bei uns überraschend entspannt. Allerdings war das auch ein bisschen geschummelt, denn Cleas Einschulung fand erst am Dienstag statt. Während die drei Großen bereits wieder in ihren Schulalltag starteten, durfte unser jüngstes Schulkind noch einen Tag länger zu Hause bleiben. Der richtige Alltag mit vier Schulkindern begann deshalb erst am Mittwoch.

Und ehrlich gesagt hatte ich mir diesen ersten Morgen schlimmer vorgestellt. Zwei Kinder müssen bereits um zehn nach sieben aus dem Haus, die anderen beiden erst um halb acht. Diese zwanzig Minuten Unterschied klingen zunächst nach nicht besonders viel, machen morgens aber tatsächlich einiges aus. Während Ciara und Ben schon auf dem Weg zum Bus sind, bleibt für Max und Clea noch ein kleines bisschen mehr Zeit.

Die größte Umstellung nach den Ferien war natürlich das frühe Aufstehen. Fast noch schwieriger ist bei uns allerdings das frühere Zubettgehen. Nach mehreren Wochen ohne Wecker, feste Schulzeiten und morgendlichen Zeitdruck lässt sich der Ferienrhythmus eben nicht einfach von heute auf morgen abschalten. Abends sind die Kinder noch nicht müde und morgens möchten sie dann am liebsten gar nicht erst aufstehen.

Mittlerweile funktioniert unser neuer Morgen trotzdem ganz gut. Zumindest meistens. Ben und Clea rechtzeitig aus dem Bett zu bekommen und dadurch vollkommen entspannt in den Tag zu starten, wird vermutlich so schnell nicht passieren. Also üben wir uns weiterhin im Improvisieren, Erinnern, Antreiben und – wenn es nötig wird – auch ein bisschen im Hektikmachen.

Mit der Schule kehrt auch der Freizeitstress zurück

Mit dem Schulalltag kam gleichzeitig unser kompletter Sportalltag zurück. Jedes Kind hat an irgendeinem Nachmittag Training oder einen anderen Termin. Plötzlich müssen wieder Fahrzeiten abgestimmt, Taschen gepackt und mehrere Kinder möglichst gleichzeitig an unterschiedliche Orte gebracht werden.

Mit nur einem Auto und den Arbeitszeiten meines Mannes lässt sich das nicht immer allein organisieren. Manchmal brauchen wir die Hilfe von Oma und Opa. Gleichzeitig werden die Großen immer selbstständiger und können einige ihrer Wege inzwischen mit dem Fahrrad zurücklegen. Ohne diese Unterstützung und Selbstständigkeit würde unser Wochenplan an manchen Tagen vermutlich einfach nicht funktionieren.

Auch ich selbst habe meinen perfekten Rhythmus noch nicht gefunden. Eigentlich habe ich jetzt, da alle vier Kinder vormittags in der Schule sind, deutlich mehr Zeit für meinen Nebenjob, meine vielen Onlineprojekte und den Haushalt. Trotzdem schaffe ich es noch nicht immer, alles so zu organisieren, wie ich es gern würde. Wahrscheinlich braucht nicht nur jedes Kind ein bisschen Zeit, um im neuen Schuljahr anzukommen – sondern auch ich.

Alles in allem läuft es inzwischen aber wieder ganz gut. Der Alltag hatte uns jedenfalls erstaunlich schnell wieder voll im Griff.

Unser Freizeitprogramm: Von entspannt bis vollkommen durchgetaktet

Der Montag ist bei uns tatsächlich noch der entspannteste Tag der Woche. Nur Ben hat Fußballtraining. Nach der Schule geht er zunächst zu seiner Oma, lernt dort Englisch und wird anschließend von ihr zum Training gefahren. Mein Mann oder ich müssen ihn später nur noch abholen. Um 19 Uhr sind normalerweise alle zu Hause und wir können gemeinsam zu Abend essen. Für unsere Verhältnisse ist das fast schon ein ruhiger Nachmittag.

Dienstags sieht es etwas anders aus. Ciara und Clea gehen gemeinsam zum Handball, denn Ciara ist mittlerweile Co-Trainerin von Cleas Handballgruppe. Für mich ist das wunderbar, weil ich nicht mehr mitfahren und dort 60 Minuten irgendwie die Zeit totschlagen muss.

Gleichzeitig hat Max Fußballtraining – und da mein Mann und ich seine Mannschaft trainieren, müssen wir natürlich beide dabei sein. Zu Hause sind wir an diesem Abend erst gegen halb acht. Bis anschließend alle gegessen und geduscht haben und die Sachen für den nächsten Tag bereitliegen, ist es meistens nach 21 Uhr. Von einem frühen, entspannten Schulabend kann dann keine Rede mehr sein.

Der Mittwoch bringt unseren Wochenplan an seine Grenzen

Der schlimmste Tag der Woche ist eindeutig der Mittwoch. Ciara hat Handballtraining, während Ben zeitgleich zum Fußball muss. Da auch ich mich bisher nicht teilen kann, fährt Ciara gemeinsam mit einer Mannschaftskameradin mit dem Fahrrad zum Training. Ben muss dagegen hingefahren und später wieder abgeholt werden.

Mein Mann Jan hat mittwochs selbst Training und kommt erst gegen 20:30 Uhr nach Hause. Kochen, Essen, Fahrdienst und alles, was am Abend sonst noch anfällt, bleiben deshalb an diesem Tag an mir hängen. Der Mittwoch ist einer dieser Tage, an denen ich eigentlich nur noch von einer Aufgabe zur nächsten laufe und froh bin, wenn am Ende alle Kinder wieder zu Hause sind.

Donnerstags ist zum Glück schon immer Oma-und-Opa-Tag. Auch den Fahrdienst zu Cleas Tanztraining übernehmen ihre Großeltern. Wir müssen die Kinder später nur noch abholen, essen bei meinen Schwiegereltern und fahren anschließend gemeinsam nach Hause. Das nimmt uns zwar einiges an Organisation ab, trotzdem sind wir meistens erst nach 20:30 Uhr zurück. Vor 21 Uhr kehrt deshalb auch donnerstags selten Ruhe ein.

Der Freitag fühlt sich dagegen schon fast wie eine kleine Erholung an. Nur Max hat Fußballtraining – und damit natürlich auch wir als Trainer. Insgesamt läuft der Nachmittag aber deutlich entspannter und wir können meistens gegen 18 Uhr ins Wochenende starten.

Ausschlafen am Wochenende? Eher nicht

Wer jetzt glaubt, dass wir den fehlenden Schlaf am Wochenende nachholen, kennt unseren Fußballkalender noch nicht. Max hat seine Spiele meistens samstags, Ben sonntags. Die Anstoßzeiten liegen häufig zwischen 9 und 10 Uhr und wir müssen ungefähr eine Stunde vorher auf dem Platz sein.

Ausschlafen ist deshalb auch am Wochenende nur selten möglich. Statt Schultaschen packen wir dann Trikots, Fußballschuhe, Trinkflaschen und alles, was wir für einen Vormittag auf dem Sportplatz brauchen. Unser Wochenrhythmus endet also nicht am Freitag – er trägt am Wochenende lediglich Fußballschuhe.

Zwischen Essensplan, Schultaschen und Improvisation

Wir versuchen bereits seit Jahren, mit einem festen Essensplan zu arbeiten, und werden das auch weiterhin tun. In der Theorie nimmt uns das tägliche Überlegen ab und erleichtert den Einkauf. In der Praxis kommt allerdings regelmäßig irgendetwas dazwischen. Dann verschieben sich Termine, jemand isst bei den Großeltern oder wir kommen später nach Hause als geplant. Unser Essensplan ist deshalb eher eine hilfreiche Orientierung als ein unumstößliches Gesetz.

Auch die Kinder kennen ihre Aufgaben. Die Schultaschen sollen am Abend gepackt werden und die Sporttaschen möglichst direkt nach der Schule. Das Wort „sollen“ ist an dieser Stelle allerdings entscheidend. Denn trotz aller Absprachen fällt erstaunlich oft erst kurz vor dem Losfahren auf, dass noch ein Trikot, eine Trinkflasche oder die passenden Schuhe fehlen.

Bei den Hausaufgaben haben wir momentan zum Glück etwas weniger Stress. Ben und Ciara erledigen einen Großteil bereits während der Mittagspause in der Schule. Max und Clea bekommen aufgrund des neuen Lernzeit-Systems aktuell keine Aufgaben für zu Hause. Bei vier Schulkindern ist das eine Entlastung, über die ich wirklich dankbar bin.

Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch weniger zu tun

Ich arbeite montags, mittwochs und donnerstags einige Stunden außer Haus. Vor der Arbeit versuche ich, bereits einen Teil des Haushalts zu erledigen und möglichst noch an dem einen oder anderen Artikel zu arbeiten. Natürlich funktioniert das nicht jeden Morgen so, wie ich es mir vorgenommen habe.

Vieles erledige ich deshalb weiterhin abends nach dem Essen oder zwischendurch unterwegs über das Handy. Eine Idee wird beim Warten auf dem Fußballplatz notiert, ein Text zwischen zwei Fahrdiensten überarbeitet und eine Nachricht schnell beantwortet, bevor das nächste Kind irgendwo abgeholt werden muss.

Obwohl nun alle vier Kinder in der Schule sind und ich theoretisch mehr Zeit habe, muss auch ich meinen neuen Rhythmus erst noch finden. Mehr freie Vormittage bedeuten schließlich nicht, dass Haushalt, Nebenjob und meine Onlineprojekte plötzlich von allein organisiert sind.

Warum ich jetzt schon auf die Herbstferien warte

Ich glaube, von uns allen bin ich momentan die Einzige, die bereits den Herbstferien entgegenfiebert. Einige Trainingseinheiten werden zwar auch in den Ferien stattfinden, trotzdem nehmen schulfreie Wochen den Druck aus unserem Alltag. Kein frühes Aufstehen, keine gepackten Schultaschen und zumindest ein paar Termine weniger geben uns die Möglichkeit, kurz durchzuatmen.

Volle Terminkalender kennen vermutlich fast alle Eltern. Dafür braucht es nicht unbedingt vier Kinder. Auch ein einziges Kind kann mehrere Hobbys haben und die gesamte Woche gut füllen. Bei uns verteilen sich die Termine eben auf vier Kinder – und bisher zum Glück hauptsächlich auf den Sport.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass meine Kinder offenbar alle vollkommen unmusikalisch sind und bisher keines zusätzlich ein Instrument lernen möchte. Spätestens dann würde unser Kalender vermutlich endgültig kapitulieren.

Noch mehr praktische Tipps und hilfreiche Gedanken zu diesem Thema findest du in diesen Beiträgen:

Vier Kinder, zwei Schulen: So organisieren wir unseren neuen Familienalltag

Morgenroutine mit Kindern

Chaos am Morgen vermeiden – unsere Schulmorgenroutine mit vier Kindern

Familienalltag organisieren

Rituale und Routinen im Familienalltag

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